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Harry und Meghan nicht mehr Teil der «Firma»

Der britische Prinz und seine Ehefrau liessen die Monarchie auf Erneuerung hoffen, auf echte Reformen. Sie werden dem Königshaus fehlen.

So war es nicht gedacht: Harry und Meghan verlieren ihre königlichen Titel. Foto: Keystone
So war es nicht gedacht: Harry und Meghan verlieren ihre königlichen Titel. Foto: Keystone

«Zurücknehmen» wollten sich Harry und Meghan ein wenig, die Zahl ihrer Auftritte drosseln. Sich ein bisschen Luft verschaffen, die verhasste Presse abschütteln, und nebenher etwas Geld verdienen in Nordamerika.

Der Queen wollten sie fortan nur noch als Teilzeit-Royals zur Verfügung stehen. Aber das hielt man im Königshaus für eine schlechte Idee. Interessenskonflikte zwischen kommerziellen Projekten und offizieller Rolle lagen auf der Hand. Das Paar kann nicht gleichzeitig das britische Staatsoberhaupt repräsentieren und aus seinem Status privaten Profit schlagen, um sich «finanziell unabhängig» zu machen. So landete der Sechste in der britischen Thronfolge statt mit einem Fuss in beiden Lagern mit beiden Füssen «draussen» – und seine Frau mit ihm.

Harrys künftige Rückkehr (mit oder ohne Meghan) wäre nicht ausgeschlossen. Der Titel liesse sich reaktivieren.

So war es nicht gedacht, als Harry vor zwölf Tagen mit seinem Plan heraus platzte. Eine neue hybride Rolle als eigenständige, aber doch auch unverzichtbare Royals hatten er und Meghan für «den nächsten Schritt» ihres Lebens im Blick. Stattdessen verzichtet die Monarchie nun ganz auf ihre Dienste. Ein Pendlerleben zwischen den Kontinenten auf Kosten des britischen Staates wird es nicht geben. Das Königshaus will sich nicht den Vorwurf zuziehen, in kommerzielle Geschäfte irgendwelcher Art verwickelt zu sein.

Immerhin: Einen Spalt breit bleibt die Tür offen. Harrys künftige Rückkehr (mit oder ohne Meghan) wäre nicht ausgeschlossen. Der Titel «Königliche Hoheit» liesse sich reaktivieren. Demütigen wollte man die Sussexe nicht. Was die Queen wollte, war, diese Affäre möglichst schnell zu einem halbwegs akzeptablen Ende zu bringen. Ihr Enkel und dessen Frau sollen ihre Freiheit haben. Aber nicht auf Kosten weiterer Assoziation mit der «Firma», wie Prinz Philip das Königshaus immer gern genannt hat.

Vieles ist noch ungeklärt, was die Zukunft der Sussexe und den Preis ihrer neuen Freiheit angeht. Die Windsors, daheim in London, kommt der Abgang jedenfalls teuer zu stehen. Mit Harry und Meghan verfügte die «Firma» über zwei Familienmitglieder, die die Monarchie auf Erneuerung hoffen liessen, auf echte Reformen. Nun, da sich beide abkoppeln, werden sie dem Königshaus fehlen wie niemand sonst.

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