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Helfer bergen in Lagos erste Leichen

Nach dem Flugzeugabsturz in Nigeria mit 153 Toten gestalten sich die Bergungsarbeiten schwierig. Kurz vor dem Crash hatte die Besatzung einen Notruf abgesetzt, die Ursache ist aber nach wie vor unklar.

Verheerende Folgen des Absturzes: Helfer bergen die zahlreichen Opfer. (4. Juni 2012)
Verheerende Folgen des Absturzes: Helfer bergen die zahlreichen Opfer. (4. Juni 2012)
Keystone
Das Flugzeug stürzte mitten in einem Wohngebiet ab: Verwüsteter Stadtteil in Lagos. (4. Juni 2012)
Das Flugzeug stürzte mitten in einem Wohngebiet ab: Verwüsteter Stadtteil in Lagos. (4. Juni 2012)
Keystone
Herumliegende Trümmer: Passanten stehen bei einem noch rauchenden Flugzeugteil. (3. Juni 2012)
Herumliegende Trümmer: Passanten stehen bei einem noch rauchenden Flugzeugteil. (3. Juni 2012)
Keystone
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Nach dem Flugzeugabsturz in Nigerias Wirtschaftsmetropole Lagos haben Helfer nach Behördenangaben dutzende Leichen aus den Trümmern geborgen. Die Passagiermaschine der einheimischen Fluggesellschaft Dana Air war im Landeanflug in einem dicht besiedelten Vorort auf einen Wohnblock gestürzt.

Bei dem Absturz der Maschine waren am Sonntag alle 153 Menschen an Bord getötet worden. Weitere Tote werden unter den Trümmern der Häuser vermutet, auf denen die McDonnell Douglas MD-83 am Nachmittag zerschellt war.

Tränengas gegen Schaulustige

Familienangehörige versuchten am Montag verzweifelt, zur Unglücksstelle zu gelangen, über der noch immer Rauch aufstieg. «Ich will nur wissen, wie mein Bruder gestorben ist», sagte ein Mann. Die Polizei setzte Tränengas gegen drängelnde Schaulustige ein, die einen Blick auf die Trümmer zu erhaschen versuchten.

Nach Angaben der Rettungskräfte waren die Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Auf der Passagierliste standen elf Kinder. Der amerikanische Sender CNN berichtete, dass der Pilot ein US-Amerikaner war.

Zudem waren offenbar vier chinesische Staatsbürger, ein Deutscher und zwei Libanesen an Bord der Unglücksmaschine. Nach Angaben der Zeitung «Nigerian Tribune» kamen zudem drei Generäle der nigerianischen Armee sowie ein hoher Mitarbeiter der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) ums Leben.

Die Dana Air strich alle für Montag geplanten Flüge. «Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien der Fluggäste, die in das Unglück verwickelt waren», teilte die Fluggesellschaft mit. Im ganzen Land wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, alle Flaggen auf öffentlichen Gebäuden wurden auf Halbmast gesetzt.

Notruf kurz vor dem Absturz

Das Flugzeug war von der Hauptstadt Abuja unterwegs nach Lagos und befand sich im Landeanflug. Die Maschine zerbrach bei dem gewaltigen Aufprall in mehrere Teile und ging in Flammen auf. Helfer waren die ganze Nacht über im Einsatz, um das Feuer zu löschen.

Nach Angaben der nigerianischen Luftfahrtbehörde NCAA hatte das Flugzeug eine Hochspannungsleitung gestreift. Jedoch war in Medienberichten auch von einem möglichen Motorenschaden die Rede. Nach Regierungsangaben setzte die Cockpitbesatzung kurz vor dem Absturz beim Landeanflug auf den Flughafen von Lagos einen Notruf ab. Darin wurde ein der Ausfall beider Triebwerke meldet.

Präsident Goodluck Jonathan ordnete eine Untersuchung des Unglücks an. Er werde dafür sorgen, «dass sich so etwas in diesem Land nicht wiederholt». Zuletzt war es in Nigeria 2002, 2005 und 2006 zu schweren Flugzeugunglücken mit mehr als 100 Toten gekommen. Erst im vergangenen Monat musste eine in Schwierigkeiten geratene Maschine der Dana Air eine Notlandung in Lagos machen.

SDA/ami/wid

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