«Hikikomori» ersticht fünf Senioren in Japan

Ein 40-jähriger Einzelgänger hat in Japan fünf Menschen zwischen 60 und 80 Jahren getötet. Der Täter leidet an einer in Japan verbreiteten Krankheit, bei der sich Menschen sozial isolieren und sich zu Hause einschliessen.

Abgesperrter Tatort: Auf diesem Gelände tötete ein japanischer Einzelgänger fünf Senioren. (9. März 2015)

Abgesperrter Tatort: Auf diesem Gelände tötete ein japanischer Einzelgänger fünf Senioren. (9. März 2015) Bild: Jiji Press/AFP

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In Japan sind fünf Senioren von einem psychisch kranken Mann erstochen worden. Die Opfer wurden auf einem Bauernhof auf der Insel Awajishima im Westen des Landes gefunden, wie die Polizei mitteilte.

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich Medienberichten zufolge um einen «Hikikomori» – so werden in Japan Menschen genannt, die sich über lange Zeit in ihre Wohnung zurückziehen:

Die Polizei war von der 32-jährigen Tochter von zwei der Getöteten alarmiert worden. Im Haupthaus des Bauernhofs fanden die Beamten die blutüberströmten Leichen einer Frau und eines Mannes im Alter von etwa 80 Jahren.

Zwei bewusstlose Frauen im Alter von 60 und 80 Jahren seien in einem anderen Gebäude entdeckt worden, während ein circa 60-jähriger, schwer verletzter Mann draussen gefunden worden sei:

Die drei Verletzten wurden ins Spital gebracht, doch die Ärzte konnten dort nur noch ihren Tod feststellen.

Eine Polizeisprecherin sagte, ein 40-jähriger Arbeitsloser sei unter Tatverdacht festgenommen worden und habe die Tat gestanden. Japanischen Medienberichten zufolge war seine Kleidung voller Blut.

Seit Schulzeit weitgehend isoliert

Der Mann lebte mit seinem Vater und seiner Grossmutter in der Nähe des Tatorts. Anwohner sagten, er lebe seit seiner Schulzeit weitgehend isoliert und verlasse selten das Haus.

Von dem «Hikikomori»-Problem sind in Japan vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Sie ziehen sich teilweise über Jahre in ihr Zimmer zurück und haben keinen oder nur wenig Kontakt zur Aussenwelt.

Der mutmassliche Täter hatte sich in den vergangenen Wochen aber offenbar mehrfach über Twitter zu Wort gemeldet. In einer Kurznachricht tauchen sogar die Adresse und eine Karte des späteren Tatorts auf. In anderen Tweets ging es um Themen wie Telepathie oder Stalking. (pst/sda)

Erstellt: 09.03.2015, 14:13 Uhr

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