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Hohe Freiheitsstrafe für Rappaz bestätigt

Der Gang vor das Walliser Kantonsgericht hat Bernard Rappaz nichts gebracht. Die Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten wurde bestätigt.

Im Gegensatz zur Vorinstanz wird er nun aber nicht nur für Anbau und Verkauf von Hanf samt Folgeprodukten, sondern auch wegen ungetreuer Geschäftsführung bei seiner Valchanvre zur Verantwortung gezogen.

Das am Dienstag veröffentlichte Urteil gegen Rappaz und zwei Gesellschafter der einstigen Valchanvre GmbH fiel bereits am vergangenen 22. Oktober. Das Kantonsgericht kommt dabei zum Schluss, dass Rappaz zwischen 1997 und 2001 auf mindestens 30 Hektaren Land Hanf anbauen liess, wovon der grösste Teil für den Handel mit Betäubungsmitteln bestimmt gewesen sei. Rappaz habe 1.735 Kilogramm Hanfharz und 65 Kilogramm Haschisch produzieren lassen.

Drogen-Hanf verkauft

Rappaz habe während diesem Zeitraum für 4,2 Millionen Franken insgesamt 3,75 Tonnen Hanf und Folgeerzeugnisse verkauft, die als Drogen dienen sollten. Laut Kantonsgericht bewahrte Rappaz im November 2001 zudem 52 Tonnen Hanf und Folgeprodukte mit einen Verkehrswert von ungefähr 35 Millionen Franken auf, die zum Verkauf als Betäubungsmittel vorgesehen waren.

Über ein von der Valchanvre GmbH in Martigny betriebenes Geschäft habe Rappaz knapp 20 Kilogramm Hanffolgeprodukte zum Gebrauch als Drogen im Umlauf gebracht.

Ungetreue Geschäftsführung

Wie das Kantonsgericht weiter festhält, vermischte Rappaz zudem als geschäftsführender Gesellschafter von Valchanvre die Guthaben der Gesellschaft mit denjenigen seines Einzelunternehmens. Damit habe er Valchanvre in unzulässiger Weise Erlöse aus für diese angebautem Hanf entzogen.

Das Kantonsgericht verurteilte Rappaz deshalb nicht nur wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz, sondern auch wegen ungetreuer Geschäftsführung. Von diesem Vorwurf war er in erster Instanz vor dem Bezirksgericht Martigny im November 2006 noch freigesprochen worden, was auch den Staatsanwalt zum Rekurs veranlasst hatte. Die Anklage hatte damals vergeblich zehn Jahre Haft und Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe gefordert.

Nun ans Bundesgericht?

Rappaz wurde nun vom Kantonsgericht erneut zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt. Damit wurden wiederum auch Geldwäscherei, einfache Körperverletzung, Verkehrsdelikte und die Verletzung sozialversicherungsrechtlicher Bestimmungen geahndet. Die beiden Komplizen hatten erstinstanzlich bedingte Freiheitsstrafen von zwölf respektive 18 Monaten erhalten. Die Urteile können beim beim Bundesgericht angefochten werden.

AP/sam

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