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Holländische Fans halten Berner Polizei auf Trab

Mehr als 2000 Anhänger des Fussballclubs Feyenoord Rotterdam haben die Stadt Bern in Beschlag genommen.

Feyenoord-Supporter zünden Pyros im Stade de Suisse. (Beatrice Beyeler/24. Oktober 2019)
Feyenoord-Supporter zünden Pyros im Stade de Suisse. (Beatrice Beyeler/24. Oktober 2019)

Im Rahmen des Europa-League-Gruppenspiels YB gegen Feyenoord (2:0) hielt die Polizei am Donnerstag 33 Personen an. Bereits an den Zollstellen waren 44 Einreisesperren verhängt worden. Gemäss Berner Medien kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen und zu einem Verletzten. Auch wurden Pyros im Stadion gezündet.

Die Polizei zog frühzeitig zwei Dutzend Gästefans aus dem Verkehr, die potenziell gefährliche Gegenstände und Vermummungsmaterial auf sich getragen hatten. Sie wurden in sogenannte Festhalteräume gebracht, wie eine Sprecherin der Berner Kantonspolizei am frühen Abend sagte.

Die 33 angehaltenen Personen hatten teilweise auch mit Sand gefüllte Handschuhe bei sich, wie die Kantonspolizei Bern nach Spielschluss mitteilte. An den Grenzübergängen auf verschiedenen Verkehrsrouten führte die Eidgenössische Zollverwaltung umfangreiche Kontrollen durch und die Bundespolizei (fedpol) verhängte insgesamt 44 Einreisesperren.

Bilder: Feyenoord-Fans in Bern

Bis weit nach Mitternacht versammelten sich Feyenoord-Anhänger auf dem Kornhausplatz.
Bis weit nach Mitternacht versammelten sich Feyenoord-Anhänger auf dem Kornhausplatz.
Jürg Spori
Auch Polizisten aus Basel-Stadt waren bis gegen Mitternacht in der Berner Altstadt im Einsatz.
Auch Polizisten aus Basel-Stadt waren bis gegen Mitternacht in der Berner Altstadt im Einsatz.
Jürg Spori
Feyenoord-Hooligans wüteten 2015 in Rom. Dabei gab es 18 Verletzte und 28 Festnahmen.
Feyenoord-Hooligans wüteten 2015 in Rom. Dabei gab es 18 Verletzte und 28 Festnahmen.
Reuters
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Im Bereich des Stadions durchbrachen Feyenoord-Anhänger kurzfristig die vorgelagerte Kontrolle, so dass die mit einem Grossaufgebot präsente Polizei, kurzfristig «Mittel» einsetzen musste, wie es in der Mitteilung hiess.

Gästefans mit schlechtem Ruf

Manche Feyenoord-Anhänger haben einen schlechten Ruf. Wiederholt waren sie verantwortlich für Ausschreitungen mit Sachbeschädigungen und Verletzten. Entsprechend gross war das Polizeiaufgebot, zumal sich die Berner Polizei zuletzt hatte vorwerfen lassen müssen, sie habe sich beim Aufmarsch serbischer Fans im August zu sehr zurückgehalten. Diesmal schloss sie fast alle Polizeiwachen im Kanton, um genügend Personal vor Ort zu haben.

Schon am Morgen war die Polizei in der Innenstadt präsent. Auch Polizisten anderer Kantone standen im Einsatz. Vor dem Bundeshaus war ein Wasserwerfer postiert. Die meisten Feyenoord-Fans erwiesen sich als zwar laute und durstige, aber gewaltfreie Anhänger ihres Vereins. Sie schlenderten durch die Stadt und belagerten ab dem frühen Nachmittag den Kornhausplatz, wo sie Bier tranken und Feyenoord-Parolen skandierten.

Polizei duldet Fanwalk

Der Fanmarsch zum Stadion wurde toleriert, er führte kurz nach 16 Uhr über die Kornhausbrücke ins Wohnquartier Breitenrain und von dort zum Stadion. Für die Stadtberner Behörden war das offensichtlich nicht die gewünschte Route. Doch ein Dialog und Absprachen im Vorfeld mit den Gästefans waren laut Polizei nicht möglich.

Entwarnung für die Innenstadt wollte die Polizei am frühen Abend noch nicht geben – offenbar waren Hunderte Rotterdamer ohne Ticket nach Bern gereist. Wo sie den Match verfolgen wollten, war unklar.

(SDA)

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