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«Ich habe genug von Lügen und Gerüchten»

Jetzt ist es definitiv: Der ehemalige IWF-Chef muss sich gegen eine weitere Klage wehren. Die Autorin Tristane Banon hat ihn heute wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt.

David Koubbi (rechts), der Anwalt der französischen Schriftstellerin Tristane Banon, verlässt das Büro von Cyrus Vance, dem Staatsanwalt von Manhatten. Dem Vernehmen nach informierte Koubbi den New Yorker Staatsanwalt über Banons Anschuldigungen gegen Dominique Strauss-Kahn in Frankreich. (19. Juli 2011)
David Koubbi (rechts), der Anwalt der französischen Schriftstellerin Tristane Banon, verlässt das Büro von Cyrus Vance, dem Staatsanwalt von Manhatten. Dem Vernehmen nach informierte Koubbi den New Yorker Staatsanwalt über Banons Anschuldigungen gegen Dominique Strauss-Kahn in Frankreich. (19. Juli 2011)
Reuters
Kenneth Thompson (Mitte), der Anwalt des Zimmermädchens aus Guinea, verlässt das Büro von Staatsanwalt Vance. (19. Juli 2011)
Kenneth Thompson (Mitte), der Anwalt des Zimmermädchens aus Guinea, verlässt das Büro von Staatsanwalt Vance. (19. Juli 2011)
Reuters
Dominique Strauss-Kahn soll 2003 in einer Pariser Wohnung über sie hergefallen sein: Tristane Banon.
Dominique Strauss-Kahn soll 2003 in einer Pariser Wohnung über sie hergefallen sein: Tristane Banon.
AFP
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Neues Kapitel in den Sex-Vorwürfen gegen Dominique Strauss-Kahn: Die französische Schriftstellerin Tristane Banon hat gestern Strafanzeige gegen den früheren Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen versuchter Vergewaltigung gestellt. Sie wolle damit den Vorwürfen ein Ende setzen, sie habe den mutmasslichen sexuellen Angriff nur erfunden, sagte Banon dem Nachrichtenmagazin «L'Express». Strauss-Kahn hat ihre Darstellung der Ereignisse als erfunden bezeichnet, seine Anwälte kündigten Verleumdungsklage an.

Die Anzeige sei bei der Staatsanwaltschaft in Paris eingereicht worden, sagte Banons Anwalt David Koubbi der Nachrichtenagentur AP. Die Autorin wirft Strauss-Kahn vor, sie 2003 sexuell angegriffen zu haben. In einer Fernsehsendung hatte sie im Jahr 2007 erklärt, der Politiker habe sie bei einem Interview in seiner Wohnung angegangen. Die Staatsanwaltschaft kann nun eine Voruntersuchung einleiten, um festzustellen, ob genügend Beweise für eine Anklage vorliegen - dies könnte Jahre dauern.

Banon hat genug von Lügen und Gerüchten

Dem Nachrichtenmagazin «L'Express» sagte Banon, sie habe genug davon, «Lügen und Gerüchte» über den mutmasslichen Übergriff zu hören. Ihre Mutter Anne Mansouret erklärte, ihre Tochter sei der Ansicht, die Angelegenheit könne nur durch eine Klage gegen Strauss-Kahn beendet werden.

Gegenüber «L'Express» sagte Banon, sie könne es nicht mehr länger hören, dass ihre Vorwürfe nicht wahr seien, weil sie bislang keine Klage gegen Strauss-Kahn angestrebt habe. Mit einer Strafanzeige habe sie jahrelang gewartet, «weil das in dieser Situation für jede Frau sehr schwer ist ... und es ist noch schwieriger, wenn man von vornherein weiss, dass es zum Scheitern verurteilt ist». Banon wurde damals von ihrer Mutter - einem Mitglied von Strauss-Kahns Sozialistischer Partei - davon abgehalten, Anzeige zu erstatten.

Zimmermädchen verklagt Zeitung wegen übler Nachrede

Ihr Anwalt Koubbi sagte, die jetzt gestellte Strafanzeige habe nichts mit den Vorwürfen gegen Strauss-Kahn aus New York zu tun. Der 62-Jährige wurde dort wegen der versuchten Vergewaltigung eines Zimmermädchens festgenommen. Weil inzwischen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau aufgekommen sind, wurde er vergangene Woche aus dem Hausarrest entlassen.

Die betroffene Hotelangestellte reichte gestern Klage gegen die Zeitung «New York Post» ein, die sie als Prostituierte bezeichnet hatte. Das Blatt hatte am Wochenende geschrieben, die 32-Jährige habe sich für Sex bezahlen lassen. Sie stehe weiterhin zu ihren Berichten, erklärte die «New York Post».

dapd/pbe

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