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«Ich sah die Blitze in der Waffenmündung»

Albtraum an einer High School nahe Seattle: Ein Schüler geht in die Cafeteria und schiesst um sich. Dabei galt der 14-Jährige als glücklich und beliebt. Doch jüngst quälte ihn offenbar ein Problem.

Ein Opfer schwebt noch immer in Lebensgefahr: Menschen gehen am Schulgelände in Marysville vorbei, wo Anwohner Blumen für die Opfer des Amoklaufs hinterlegt haben.
Ein Opfer schwebt noch immer in Lebensgefahr: Menschen gehen am Schulgelände in Marysville vorbei, wo Anwohner Blumen für die Opfer des Amoklaufs hinterlegt haben.
Keystone
Chaos vor der Highschool: Schüler warten, bis sie zu ihren Familien können.
Chaos vor der Highschool: Schüler warten, bis sie zu ihren Familien können.
Keystone
Auf dem Parkplatz vor einer Kirche warteten die Eltern: Angehörige schliessen sich in die Arme. (24. Oktober 2014)
Auf dem Parkplatz vor einer Kirche warteten die Eltern: Angehörige schliessen sich in die Arme. (24. Oktober 2014)
Ted S. Warren, Keystone
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Ein US-Schüler hat in seiner High School in der Nähe von Seattle einen Menschen erschossen und vier weitere verletzt. Nach dem Amoklauf richtete sich der Neuntklässler selbst, wie die Behörden und Augenzeugen berichteten. Der Schütze soll nach Angaben einer Mitschülerin kürzlich mit einem anderen Jungen Streit über ein Mädchen gehabt haben.

Die Bluttat ereignete sich am Freitag an der Marysville Pilchuck High School 50 Kilometer nördlich von Seattle im US-Staat Washington. Offiziell äusserte sich der dortige Polizeichef Robb Lamoureux zunächst nicht über das Tatmotiv. Der Schütze namens Jaylen Fryberg stammt nach Angaben von Ermittlern und Augenzeugen aus einer prominenten Familie der in der Nähe lebenden Tulalip-Indianer. Unter den Opfern sind auch eine Cousine und ein Cousin des Jungen, wie deren Familie mitteilte.

Video: Reuters

Augenzeugen zufolge tauchte der Verdächtige zur Mittagszeit mit einer Waffe in der Cafeteria auf und eröffnete plötzlich das Feuer. Chaos und Tumulte brachen aus. Er habe gerade in der Nähe des Schützen zu Mittag gegessen, als er die Schüsse gehört habe, sagte Alan Perez dem Sender King-TV. «Er hatte eine kleine Pistole in der Hand. Ich sah die Blitze in der Waffenmündung.»

Schülerin Austin Taylor sagte, der Schütze «starrte jedes seiner Opfer einfach nur an, als er auf sie erschoss.» In Panik verliessen Lehrer und die mehr als 2000 Schüler das Gelände der High School, nachdem Polizei und Rettungskräfte das Areal abriegelten. Beamte durchsuchten Raum für Raum.

Die 15-jährige Shaylee Bass beschrieb Fryberg als nicht gewalttätig. Doch habe er sich sehr über den Streit mit einem anderen Jungen über ein Mädchen aufgeregt. Bass fügte hinzu: «Seine Familie ist in der ganzen Stadt bekannt. Das macht es so bizzarr.»

Glücklich und beliebt

Andere Schüler beschrieben Fryberg als glücklich und beliebt. Doch deuten seine jüngsten Einträge auf Sozialen Netzwerken darauf, dass er ein nicht näher erläutertes Problem hatte. Am Mittwoch hatte er auf Twitter geschrieben: «Es wird nicht halten, es wird niemals halten.» Ein Tweet vom Montag lautete. «Ich hätte zuhören sollen... Du hattest recht... Die ganze Zeit über hattest du recht.»

Ron Lukes, Jugendbetreuer des Tulalip-Stammes beschrieb die Familie des Jungen mit den Worten: «Das sind wirklich freundliche Menschen, sehr liebevoll, ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Jaylen war einer unserer guten Kinder. Ich kannte diesen Jungen, seit er ein Baby war.»

Zuletzt war es in der Region am 5. Juni zu einer Schiesserei an einer Bildungseinrichtung gekommen. Damals hatte ein Bewaffneter an der Pacific University in Seattle eine Person getötet und zwei weitere verletzt.

SDA/thu/chk/wid

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