In Graubünden brennt die Olympia-Flamme wieder

Der Kanton Graubünden plant erneut, Olympische Winterspiele durchzuführen. Das Parlament will die Wirtschaft bei einer Kandidatur für 2026 unterstützen.

Neuer Elan für die Durchführung Olympischer Winterspiele in Graubünden: Die Schweizer Flagge neben dem Olympischen Feuer in Sotschi 2014.

Neuer Elan für die Durchführung Olympischer Winterspiele in Graubünden: Die Schweizer Flagge neben dem Olympischen Feuer in Sotschi 2014. Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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In Graubünden hat die Idee einer Durchführung von Olympischen Winterspiele wieder Schwung erhalten. Die Kantonsregierung und das Parlament wollen die Wirtschaft bei der Ausarbeitung einer Kandidatur für 2026 unterstützen.

Das Bündner Parlament, der 120-köpfige Grosse Rat, überwies am Mittwoch einen Vorstoss zur Unterstützung der Kandidatur mit 73 zu 13 Stimmen an die Regierung. Die Regierung selber hatte sich schon vorher bereit erklärt, den Vorstoss, der von 90 Grossrätinnen und Grossräten unterzeichnet wurde, entgegenzunehmen.

«Wir können es uns nicht leisten, auf Grossanlässe zu verzichten»

In der eineinhalbstündigen Diskussion im Parlament zeichneten sich die Fronten rasch ab. Während die Bürgerlichen eine Kandidatur praktisch geschlossen befürworteten, sagten die Sozialdemokraten praktisch geschlossen Nein.

Von der Regierungsbank kamen auch am Mittwoch deutliche Signale: «Wir können es uns nicht leisten, auf die Option Grossanlässe zu verzichten», erklärte Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini. Eine Zusammenarbeit mit anderen Kantonen oder Regionen im Alpenbogen sei nicht ausgeschlossen.

Parolini sagte weiter, die Unterstützung der Regierung für die Kandidatur 2026 werde in einem Beschluss festgehalten. Finanziell dürfte ein Betrag in sechsstelliger Höhe zur Ausarbeitung eines Bewerbungsdossiers zu erwarten sein.

Die Zeiten haben sich geändert

Die Frage der Durchführung von Olympischen Winterspielen kommt in Graubünden knapp drei Jahre nach der letzten Volksabstimmung wieder aufs Tapet. Das Bündner Stimmvolk hatte eine Kandidatur für die Spiele 2022, die danach nach Peking vergeben wurden, Anfang März 2013 mit knapp 53 Prozent verworfen.

Seither haben sich vor allem die wirtschaftlichen Aussichten für Graubünden nach Ansicht von Regierung und Parlamentsmehrheit verschlechtert. Zu schaffen machen dem Bergkanton der Preiszerfall für Strom aus der Wasserkraft, die Bremsspuren im Baugewerbe nach Annahme der Zweitwohnungsinitiative sowie im Tourismus der starke Schweizer Franken im Vergleich zum Euro.

Auch der Kanton Wallis ist am Ball

Die Durchführung Olympischer Winterspiele 2026 ist auch im Kanton Wallis ein Thema. Die Kantonsregierung dort unterstützt das von Christian Constantin, dem Präsidenten des FC Sion, lancierte Projekt einer Kandidatur.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird 2019 über die Vergabe der Winterspiele 2026 entscheiden. Das Wallis hatte bereits vier Mal vergeblich versucht, die Olympischen Winterspiele ins Tal zu holen.

Bislang zwei Mal wurden Olympische Winterspiele in der Schweiz veranstaltet. Sowohl 1928 als auch 1948 war St. Moritz der Austragungsort. (bee/sda)

Erstellt: 09.12.2015, 20:31 Uhr

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