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«In New York herrscht apokalyptische Stille»

Die stärksten Winterstürme seit Jahrzehnten haben New York lahmgelegt. Meterhohe Schneewände behindern das tägliche Leben.

Ungewöhnliche Bilder: Ein Auto in Manhattan versinkt im Schnee.
Ungewöhnliche Bilder: Ein Auto in Manhattan versinkt im Schnee.
Keystone
Eisige Kälte: Der Central Park nach dem Schneesturm.
Eisige Kälte: Der Central Park nach dem Schneesturm.
Keystone
In den Armen des Retters: Feuerwehrmann mit einer verunfallten Frau in Birmingham, Alabama.
In den Armen des Retters: Feuerwehrmann mit einer verunfallten Frau in Birmingham, Alabama.
Keystone
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Wegen eines Blizzards haben im Nordosten der USA Tausende Menschen stundenlang frierend in Flughäfen, Bussen oder U-Bahn-Zügen ausharren müssen. Der Schneesturm, der mit teilweise über 100 Stundenkilometern über Neuengland hinwegfegte und manchen Gegenden über 60 Zentimeter Schnee brachte, legte den Verkehr um und in New York grösstenteils lahm. Laut «New York Times» wurde in der Stadt bisher fünfmal mehr Schnee registriert. Die Zeitung sprach von einer «apokalyptischen Stille» in der sonst so geschäftigen Stadt.

Nachdem der Flugverkehr an den drei grössten Flughäfen rund um die Millionenmetropole am Sonntag eingestellt worden war, landeten am Montagabend (Ortszeit) wieder die ersten Maschinen auf den Flughäfen John F. Kennedy und LaGuardia.

Lange Warteschlangen

Nachdem sie Sonntagnacht in den Flughäfen verbracht hatten, standen am Montag Tausende Passagiere vor den Ticketschaltern an in der Hoffnung, einen Flug zu bekommen. Andere bemühten sich um ein Taxi oder ein Hotelzimmer. Der Blizzard hatte ausgerechnet nach den Weihnachtstagen dazu geführt, dass an den New Yorker Flughäfen rund 1.500 Flüge gestrichen wurden. Zahlreiche Reisende könnten noch bis Ende der Woche festsitzen, da viele Flüge in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr nahezu ausgebucht sind und die Suche nach freien Plätzen für Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, schwierig ist.

Nicht nur der Flugverkehr war durch den Schneesturm stark beeinträchtigt, auch Busse, Autos und Züge steckten in den Schneemassen fest. In New York verliessen Taxifahrer ihre Fahrzeuge und liessen sie einfach auf der Strasse zurück. Viele Seitenstrassen wurden nicht geräumt und etliche Bewohner beschwerten sich, dass die Räumarbeiten in den Aussenbezirken vernachlässigt würden. Es gebe keinen Grund zur Panik, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. «Unsere Stadt macht genau das, was man von ihr erwartet.» Auf den Strassen zurückgelassene Autos erschwerten die Räumarbeiten.

18 Stunden für eine Strecke von 22,5 Kilometern

Einen buchstäblich eisigen Empfang bekam der Urlauber Christopher Mullen bei seiner Rückkehr aus dem sonnigen Mexiko. Nachdem sein Flug aus dem Ferienort Cancún mit zwei Stunden Verspätung in New York landete, fand Mullen sein am Flughafen abgestelltes Auto unter einer dicken Schneeschicht wieder. Weil seine Versuche, das Fahrzeug freizuschaufeln, vergebens blieben, stieg er zusammen mit seiner Freundin auf die New Yorker U-Bahn um.

Diese blieb dann aber prompt stecken. Zusammen mit 400 Passagieren musste der lediglich in eine leichte Jacke gekleidete Mullen die Nacht frierend und hungrig in der U-Bahn verbringen. Als sie am nächsten morgen in ihrer Wohnung ankamen, hatten Mullen und seine Freundin für die 22,5 Kilometer zwischen Flughafen und ihrem Zuhause 18 Stunden gebraucht.

SDA/mrs

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