Zum Hauptinhalt springen

Institute warnen vor Tomaten, Gurken und Blattsalaten aus Norddeutschland

Die Suche nach der Ursache für die Infektion mit dem Darmkeim EHEC schreitet voran. Das Bakterium wurde in Tomaten, Gurken und Salaten festgestellt. Laut Experten kann es auf zwei Wegen ins Gemüse gelangen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung raten der Bevölkerung vorsorglich bis auf weiteres keine Tomaten, Gurken und Salate aus Norddeutschland zu verzehren. Das Bundesverbraucherministerium sah darin einen ersten Schritt zur Eingrenzung der Ursachen für die Erkrankungen.

Verdächtiges Gemüse weiter untersucht

Nach Angaben des Ministeriums geben die ersten Untersuchungsergebnisse des Robert-Koch-Instituts Hinweise darauf, dass die Infektionen mit EHEC «mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten erfolgt» seien.

Diese sollten insbesondere in Norddeutschland - über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus - nicht verzehrt werden. Die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Länderbehörden seien informiert worden. Sie würden sich bei den weiteren Untersuchungen auf die verdächtigen Lebensmittel konzentrieren. Es gelte, die genaue Herkunft der belasteten Waren so schnell wie möglich zu klären, erklärte das Ministerium.

Zwei Frauen gestorben

Seit Mitte Mai breitet sich das EHEC-Bakterium in Deutschland ungewöhnlich rasch aus. Bundesweit wurden laut RKI bis Mittwoch rund 140 Fälle des sogenannten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) gemeldet.

Das durch die EHEC-Bakterien verursachte HUS kann zu akutem Nierenversagen führen. In Schleswig-Holstein starb eine 89 Jahre alte Frau, die aufgrund einer EHEC-Infektion in das Krankenhaus Oldenburg aufgenommen wurde. Auch in Niedersachsen starb möglicherweise eine Frau an den Folgen einer EHEC-Infektion. In Niedersachsen und Bremen waren bereits zwei Frauen vermutlich im Zusammenhang mit EHEC-Infektionen gestorben. Beide waren nach Behördenangaben mit dem Erreger infiziert.

Waschen reicht nicht aus

Der Mikrobiologe Roger Stephan warnte, das seit Tagen empfohlene Waschen von Gemüse biete keinen hundertprozentigen Schutz vor dem EHEC-Erreger.

Die Bakterien könnten sich nicht nur auf der Oberfläche von Obst oder Gemüse befinden, sondern bereits von der Pflanze aufgenommen worden sein, sagte der Leiter des schweizerischen Instituts für Lebensmittelsicherheit an der Universität Zürich. In diesem Fall müsse das Gemüse konsequent durcherhitzt werden.

Laut Stephan gibt es zwei bisher bekannte Möglichkeiten, wie die Bakterien ins Gemüse gelangen könnten: «In Einzelfällen passiert es, dass Bakterien über eine verletzte Oberfläche des Gemüses eindringen. Entscheidender aber sind die Fälle, in denen Pflanzen das Bakterium über ihre Wurzeln aufnehmen, weil es sich im Boden befindet,» sagte er.

AFP/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch

Mehr zum thema