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IS-Krieger auf dem Weg nach Europa?

Extremisten sollen sich vor zehn Tagen aus Syrien in Richtung Frankreich und Belgien aufgemacht haben. Die Behörden haben die zweithöchste Terrorwarnung verhängt.

Grosstmögliche Sicherheit ist gefragt: Polizei vor dem Stade de France in Saint-Denis.
Grosstmögliche Sicherheit ist gefragt: Polizei vor dem Stade de France in Saint-Denis.
AFP
Nach den Anschlägen in Paris und Brüssel haben die französischen Behörden mehrmals Notfalleinsätze bei EM-Terroranschlägen geübt: Polizisten gehen bei einer Übung in Bordeaux hinter einem Baum in Deckung. (4. April 2016)
Nach den Anschlägen in Paris und Brüssel haben die französischen Behörden mehrmals Notfalleinsätze bei EM-Terroranschlägen geübt: Polizisten gehen bei einer Übung in Bordeaux hinter einem Baum in Deckung. (4. April 2016)
Georges Gobet, Keystone
Bitterer Ernst: In der Ukraine wird am 21. Mai ein junger Franzose festgenommen, der Anschläge auf die EM geplant haben soll. (6. Juni 2016)
Bitterer Ernst: In der Ukraine wird am 21. Mai ein junger Franzose festgenommen, der Anschläge auf die EM geplant haben soll. (6. Juni 2016)
AFP
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Belgische Sicherheitsbehörden haben eine Terrorwarnung herausgegeben. IS-Kämpfer sollen sich auf dem Weg nach Europa befinden. Ihr Ziel: Neue Anschläge zu verüben. Allerdings gehen solche Hinweise regelmässig ein – und derzeit besonders häufig.

Mehrere Kleingruppen mutmasslicher Attentäter sind Geheimdienstinformationen zufolge aus Syrien Richtung Frankreich und Belgien aufgebrochen. Belgische Geheimdienste schickten ihren französischen Kollegen eine entsprechende Mitteilung mit Informationen über mögliche Gruppen, wie ein französischer Vertreter von Sicherheitsbehörden heute sagte. Medienberichten zufolge sollen Kämpfer vor etwa zehn Tagen Syrien mit Ziel Belgien und Frankreich verlassen haben, um Anschläge zu verüben.

Fastfood-Kette und Shoppingzentrum im Fokus

Zu möglichen Anschlagszielen der Männer könnten ein Einkaufszentrum in der belgischen Hauptstadt Brüssel, eine US-Schnellrestaurantkette und die Polizei gehören, schrieb die belgische Zeitung «Dernière Heure» unter Berufung auf Informationen aus der belgischen Antiterrorbehörde. Die Kämpfer seien ohne Reisepässe unterwegs und versuchten offenbar, Europa mit dem Boot über die Türkei und Griechenland zu erreichen, schrieb die Zeitung weiter.

Die Behörden beider Länder bewerteten die Informationen zunächst zurückhaltend. Man erhalte solche Hinweise regelmässig, hiess es. Es sei aber nicht klar, ob die Warnung aus Brüssel mit dem tödlichen Angriff eines Anhängers der Terrormiliz Islamischer Staat in einem Pariser Vorort vom Montag zusammenhänge. Dabei war ein Polizisten-Ehepaar getötet worden.

Alarmstufe 3 von 4

Die belgischen Behörden beliessen die Alarmstufe auf der zweithöchsten Stufe. Die von der Zeitung genannten potenziellen Anschlagsziele stünden ohnehin schon unter Schutz, sagte Benoît Ramacker, Sprecher des für die Bewertung der Gefahrenlage zuständigen Krisenzentrums. Alarmstufe drei von vier möglichen bedeutet, dass die Behörden die Gefahr eines Anschlags als ernst, möglich und wahrscheinlich einschätzen.

Es ist nicht der erste Bericht über mutmassliche Extremisten, die sich nach den Anschlägen in Brüssel vom 22. März mit 32 Toten auf den Weg nach Europa gemacht haben sollen. Der Chef des Krisenzentrums, Paul Van Tigchelt, sagte am 19. April, es gebe Signale, dass die Terrormiliz Islamischer Staat Kämpfer nach Europa schicke, darunter auch nach Belgien.

SDA/nag

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