Islamforscher gibt sexuelle Beziehungen mit Klägerinnen zu

Zwei Frauen beschuldigen den Schweizer Tariq Ramadan der Vergewaltigung. SMS-Nachrichten sollen den 56-Jährigen entlasten.

Seit Beginn des Jahres in Haft: In Paris findet die richterliche Anhörung statt. (Archiv)

Seit Beginn des Jahres in Haft: In Paris findet die richterliche Anhörung statt. (Archiv) Bild: AFP

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Tariq Ramadan gab zwar erstmals sexuelle Beziehungen mit zwei Frauen zu, die ihn der Vergewaltigung beschuldigen. Es habe sich aber um «einvernehmlichen» Sex gehandelt, sagte der 56-jährige Islamforscher nach Angaben seines Anwalts am Montag während einer richterlichen Anhörung in Paris.

Die Verteidigung verweist dabei auf SMS-Nachrichten zwischen Ramadan und den beiden Frauen. Diese zeigten, dass die Klägerinnen «gelogen haben und die sexuellen Beziehungen absolut erwünscht waren», betonte Ramadans Anwalt Emmanuel Marigny. Medien hatten Ende September Auszüge aus fast 400 Textnachrichten Ramadans an eine der Klägerinnen veröffentlicht. Darin brachte der Islamforscher demnach seine gewalttätigen sexuellen Phantasien zum Ausdruck. «Entschuldigung für meine 'Gewalt'», soll er zudem einer Frau nach einem Treffen 2009 geschrieben haben.

Seit Januar in Haft

Der Anwalt Ramadans beantragte erneut die Freilassung seines Mandanten. Drei vorherige Anträge hatte die Pariser Justiz zurückgewiesen. Der Schweizer versucht, gegen Kaution freizukommen, weil ihm nach eigenen Worten in Haft keine angemessene Behandlung seiner Multiple-Sklerose-Erkrankung möglich sei. Die Justiz verweist jedoch auf das Justizkrankenhaus in Fresnes im Süden von Paris.

Ramadan war Anfang des Jahres in der französischen Hauptstadt festgenommen worden, die Justiz leitete ein Strafverfahren gegen ihn ein. Seit vergangenem November ist der Islamforscher von seiner Professur an der englischen Universität Oxford beurlaubt. Ramadan ist in der Schweiz geboren, seine Vorfahren stammen aus Ägypten. Er ist der Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbruderschaft.

(fal/sda/afp)

Erstellt: 22.10.2018, 18:20 Uhr

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