Italienisches Frachtschiff rettet 200 Migranten vor Libyen

Die «Asso Trenta» hat von Libyen abgefahrene Menschen in Sicherheit gebracht und befindet sich zurzeit vor der Küste von Tripolis. Die italienischen Behörden seien informiert.

Die «Asso Trenta» befindet sich zurzeit laut einer Hilfsorganisation vor der Küste von Tripolis.

Die «Asso Trenta» befindet sich zurzeit laut einer Hilfsorganisation vor der Küste von Tripolis.

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Das italienische Frachtschiff «Asso Trenta» hat in der Nacht auf Samstag 200 Migranten gerettet. Die von Libyen abgefahrenen Menschen wurden in internationalen Gewässern in Sicherheit gebracht, wie die Hilfsorganisation «Alarm Phone» berichtete.

Die italienischen Behörden seien informiert worden. «Diese Menschen flüchten aus Libyen und können nicht mehr dorthin zurückkehren. Sie müssen nach Europa gebracht werden», twitterte die Organisation. Die «Asso Trenta» befinde sich zurzeit vor der Küste von Tripolis.

Im Mittelmeer verkehrende Frachtschiffe haben seit 2014 rund 84'000 Flüchtlinge gerettet, wie der Verband der italienischen Reedereien bei seiner Versammlung am Donnerstag in Rom berichtete. Er forderte von der Regierung in Rom Klarheit bei der Anwendung italienischer und internationaler Regeln in Sachen Rettungspflicht im Meer. Am häufigsten seien seit 2014 italienische Frachtschiffe bei der Migrantenrettung zum Einsatz gekommen.

9648 Flüchtlinge trafen seit Anfang 2019 in Italien ein. 2018 waren es 22'031, im Jahr 2017 noch 111'401. In diesem Jahr sei die Zahl der Ankünfte von Asylwerbern gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um 56 Prozent zurückgegangen, teilte das Innenministerium in Rom mit.

Rettungsschiff legt bald in Italien an

Das italienische Innenministerium erteilte inzwischen die Genehmigung für die Landung des deutschen Rettungsschiffes «Alan Kurdi» mit 88 Migranten an Bord im süditalienischen Taranto. Das Schiff soll am Sonntag im Hafen Tarantos einlaufen.

Nach fast einer Woche auf dem Mittelmeer war die Crew des Schiffes zuvor in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Die Organisation Sea Eye begründete das mit dem schlechten Wetter. Die «Alan Kurdi» hatte die Menschen am Samstag voriger Woche an Bord genommen.

Mit rechtlichen Konsequenzen rechne die Organisation nicht, denn sie habe nicht illegal gehandelt. Ansonsten hätte Italien die Einfahrt in seine Gewässer verwehrt. Italien hatte eine Einigung mit anderen EU-Mitgliedsstaaten zur Umverteilung der Flüchtlinge an Bord der «Alan Kurdi» erreicht. Deutschland und Frankreich werden 60 Flüchtlinge aufnehmen, weitere fünf Personen sollen nach Portugal gehen, zwei nach Irland, wie das Innenministerium in Rom mitteilte.

Kooperation mit Libyen verlängert

Italien will derweil das 2017 mit Libyen abgeschlossene Kooperationsabkommen in Migrationsfragen verlängern, es jedoch in einigen Aspekten ändern. So fordert Italien ein Treffen einer bilateralen Kommission mit Mitgliedern aus beiden Ländern zur Änderung einiger Punkte des Abkommens, wie am Samstag aus der italienischen Regierung verlautete.

Das Abkommen mit Tripolis, das sich am Samstag automatisch verlängert, werde nicht gekündigt, sagte Aussenminister Luigi Di Maio vor dem Abgeordnetenhaus in Rom. Hilfsorganisationen hatten sich dafür ausgesprochen, angesichts der miserablen Lage für Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland die Zusammenarbeit zu stoppen. Die Regierung wolle das Abkommen aber verbessern, sagte Di Maio.

Bei der Übereinkunft geht es darum, Menschen zu stoppen, die von Libyen aus über das Mittelmeer nach Europa wollen. Das Memorandum, das die damalige sozialdemokratische italienische Regierung Mitte 2017 mit der international anerkannten Regierung in Tripolis unterzeichnete, wurde von informellen Vereinbarungen mit diversen libyschen Milizen begleitet. (anf/sda)

Erstellt: 02.11.2019, 16:21 Uhr

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