Zum Hauptinhalt springen

Kanada legalisiert Sterbehilfe

Das oberste Gericht in Ottawa hat entschieden: Unheilbar kranke Patienten dürfen Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Die Schweiz spielt in der Debatte auch eine Rolle.

Ihre Mutter reiste 2010 in die Schweiz, um mit Dignitas aus dem Leben zu scheiden – weil Sterbehilfe in Kanada illegal war: Lee Carter, eine Pro-Sterbehilfe-Aktivistin umarmt ihren Ehemann nach der Bekanntgabe des Gerichtsentscheids.
Ihre Mutter reiste 2010 in die Schweiz, um mit Dignitas aus dem Leben zu scheiden – weil Sterbehilfe in Kanada illegal war: Lee Carter, eine Pro-Sterbehilfe-Aktivistin umarmt ihren Ehemann nach der Bekanntgabe des Gerichtsentscheids.
Chris Wattie, Reuters

In Kanada dürfen Ärzte künftig in Einzelfällen Beihilfe zum Suizid leisten. Ein bislang geltendes Verbot im Strafgesetzbuch verstosse gegen die Verfassung, entschied der Oberste Gerichtshof am Freitag. Die Neuregelung dürfe aber nur für unheilbar kranke Patienten gelten, die eindeutig den Willen äussern, aus dem Leben zu scheiden.

Die Entscheidung des Gerichts wird erst in einem Jahr gültig, damit bis dahin das geltende Gesetz angepasst werden kann. Die Richter fällten ihr Urteil einstimmig, nachdem 1993 eine Aufhebung des Verbots noch gescheitert war.

Angestossen wurde die Gerichtsentscheidung von zwei Familien aus der westkanadischen Provinz British Columbia. Hintergrund war das Schicksal zweier todkranker Frauen, die inzwischen gestorben sind.

Eine von ihnen litt an einer schweren Erkrankung des Nervensystems und erlag einer Infektion. Die andere Patientin reiste in die Schweiz, um dort Beihilfe zum Suizid in Anspruch zu nehmen. Die 89-Jährige traf diese Entscheidung nach eigenen Angaben aus Angst vor einem langsamen und qualvollen Tod.

SDA/rsz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch