Kardinal Pell will vor Australiens oberstes Gericht

Der 78-Jährige geht gegen sein Missbrauchsurteil in Berufung. Er wurde im März zu sechs Jahren Haft verurteilt.

George Pell ist der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der jemals wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurde. Foto: Mark Dadswell/Reuters

George Pell ist der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der jemals wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurde. Foto: Mark Dadswell/Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der ehemalige Finanzchef des Vatikans, Kardinal George Pell, geht gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in Berufung. Der 78-Jährige schaltete am Dienstag Australiens oberstes Gericht ein.

Der High Court in Canberra bestätigte dies. Pell sitzt bereits seit März im Gefängnis. Die Berufung ist für ihn die letzte Chance, einer längeren Haftstrafe zu entgehen. Die ehemalige Nummer drei des Vatikans war im März wegen des Missbrauchs von zwei Chorknaben zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der erste Versuch, das Urteil aufheben zu lassen, scheiterte im vergangenen Monat.

Bleibt es dabei, kann Pell frühestens im Oktober 2022 aus der Haft entlassen werden. Dann wäre er 81 Jahre alt. Der High Court muss erst noch entscheiden, ob er den Fall überhaupt annimmt.

Der Kardinal weist seit jeher alle Vorwürfe zurück. Der Australier ist der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der jemals wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurde.

Der Fall reicht in die Jahre 1996/97 zurück, als Pell gerade Erzbischof von Australiens zweitgrösster Stadt Melbourne geworden war. Nach einem Gottesdienst soll er sich an zwei Chorknaben vergangen haben, die erst 13 Jahre alt waren. (red/sda)

Erstellt: 17.09.2019, 11:39 Uhr

Artikel zum Thema

Kardinal Pell kämpft gegen seine Verurteilung

Das Berufungsverfahren gegen den australischen Kurienkardinal hat begonnen. Der inhaftierte George Pell will, dass seine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs aufgehoben wird. Mehr...

Das Dilemma mit «Big George»

Der Papst belässt den australischen Kardinal Pell trotz Verurteilung wegen Kinderschändung im Amt. Er suspendiert ihn nur, bis es «definitive Fakten» gebe. Mehr...

Bisher ranghöchster Katholik, der verurteilt wurde

Dem Papst-Vertrauten Kardinal George Pell drohen bis zu 50 Jahre Haft. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Mamablog Rassismus im Kindergarten

Sweet Home Designwohnung statt Hotel?

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...