An Trinkwasser wird es trotz Trockenheit nicht mangeln

Hält die Dürreperiode noch länger an, wird das Grund- und Quellwasser vielerorts knapp. Trotzdem muss man sich keine Sorgen um das Trinkwasser machen.

In diesem Dorfbrunnen von Lupsingen BL fliesst derzeit kein Wasser. (30. Juli 2018)

In diesem Dorfbrunnen von Lupsingen BL fliesst derzeit kein Wasser. (30. Juli 2018) Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Öffentliche Brunnen werden abgestellt, austrocknende Bäche müssen ausgefischt werden, der Wasserpegel der Seen sinkt: Die Trockenheit hält die Schweiz in Atem. Trotzdem sind keine Versorgungsprobleme zu befürchten. Doch das kommt nicht von ungefähr. Wasserkorporationen sorgen dafür, dass der kostbare Rohstoff nicht versiegt.

Die ältesten Wasserversorgungen der Schweiz stammen aus der Bronzezeit. Das «Wasserschloss Europas» verfügt über rund 2400 Wasserversorgungen. Mehr als 1500 Seen, Flüsse und Gewässer sowie zahlreiche Gletscher zeugen vom Wasserreichtum des Landes.

Seit Ende der 1970er-Jahre hat der Trinkwasserverbrauch trotz steigender Bevölkerungszahl abgenommen. 1977 betrug er 500 Liter pro Kopf und Tag, heute sind es noch rund 300 Liter.

Weltweit wird das Wasser in Zukunft aber knapper, bei sinkender Qualität. Bereits heute haben laut WWF mehr als 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

70 Kubikmeter Wasser fürs Schwimmbad

In ausgeprägten Dürreperioden steigt der Wasserverbrauch um bis zu 30 Prozent. In der trockenen zweiten Jahreshälfte im Jahr 2015 beispielsweise wurden in der Schweiz 32 Millionen Kubikmeter mehr verbraucht als 2014 – etwa doppelt so viel wie der Davosersee. Deshalb sei eine gute regionale Wasserversorgungsplanung nötig, schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Die Kantone delegieren den Versorgungsauftrag weiter an die Gemeinden und diese meist weiter an selbstständige Organisationen, beispielsweise in Waldstatt AR. Ohne den Verbund Wasserkorperation Hinterland wäre das Wasser schon seit 50 Jahren knapp, heisst es in der aktuellen Publikation der Ausserrhoder Gemeinde.

Für die Wasserversorgung des Dorfes ist die Ortskorporation Waldstatt zuständig. Sie versorgt rund 95 Prozent der Bevölkerung mit Trinkwasser. Das Wasser stammt zu 70 Prozent aus eigenen Quellen und zu rund 25 Prozent aus Grundwasser der Gemeinde Urnäsch. Rund 5 Prozent wird von Herisau bezogen.

Das Schwimmbad von Waldstatt benötigt an Spitzentagen 70 Kubikmeter Wasser. «Wir verfügen nach wie vor über mehr als genug Trinkwasser für alle Bedürfnisse», sagt Ernst Bischofberger, Präsident der Ortskorporation Wasserversorgung Waldstatt.

Die Ortskorporation Waldstatt wurde 1895 gegründet und hat die Aufgabe, die Bevölkerung der Gemeinde mit Trink- und Löschwasser zu versorgen. Mit einem Wasserverbrauch von 170 Litern pro Person und Tag steht Waldstatt sparsam da.

«Wir haben in unserer Gemeinde wenig Industrie», sagt Bischofberger. Der grösste Wasserabnehmer, eine Firma, die Druckfarben herstellt, macht aber immerhin 12 Prozent des Wasserverbrauch aus.

Eine Kuh trinkt 150 Liter Wasser pro Tag

In Appenzell Ausserrhoden gibt es 230 Quellen. Einige davon wurden vor über 30 Jahren unter Schutz gestellt. Auch Landwirt Köbi Mock verfügt über seine eigene Quelle. Durchschnittlich verbrauche sein Betrieb 5000 Liter Wasser im Tag. Eine einzige Kuh trinkt täglich 150 Liter Wasser.

Beim Bau der Scheune im Jahr 1992 habe er sein eigenes Reservoir angelegt, sagt Mock. Trotzdem reiche das Wasser in einer Dürreperiode nicht aus und er müsse Wasser von der Gemeinde beziehen.

Um auch in Zukunft die Trinkwassersicherheit in der Region zu garantieren, hat der Verbund eine weitere Quellen erworben. Damit konnte das eigene Wasservorkommen im Appenzeller Hinterland auf einen Schlag massiv erhöht werden.

Bischofberger appelliert trotzdem an die Vernunft der Konsumenten. Auch wenn das Abwasser nach dem Gebrauch durch die Kanalisation zur Abwasserreinigungsanlage geleitet werde, wo es gereinigt und wieder der Natur zugeführt werde, sei es wichtig Wasser zu sparen. (nag/sda)

Erstellt: 31.07.2018, 14:10 Uhr

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