Kindermörder Marc Dutroux will die Freiheit

Die Anwälte des seit 23 Jahren in Haft sitzenden Belgiers haben ein neues psycholgisches Gutachten beantragt.

Proteste gegen eine vorzeitige Freilassung des Häftlings im Jahr 2013: Der Fall Marc Doutroux ist in Belgien ein Politikum. (Keystone/Archiv).

Proteste gegen eine vorzeitige Freilassung des Häftlings im Jahr 2013: Der Fall Marc Doutroux ist in Belgien ein Politikum. (Keystone/Archiv).

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Der Kindermörder Marc Dutroux will vorzeitig aus dem Gefängnis kommen, deshalb haben seine Anwälte bei einem Brüsseler Gericht ein neues psychologisches Gutachten ihres Mandanten beantragt. Die Richter hörten sich am Donnerstag den Antrag der Anwälte sowie eine Stellungnahme des Gefängnisleiters an, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Die Dutroux-Anwälte wollen, dass fünf Psychologen den psychischen Zustand ihres Mandanten sowie dessen Rückfallrisiko neu bewerten. Ob das Gutachten des heute 62-Jährigen erstellt werden darf, soll am 28. Oktober entschieden werden. Seine Anwälte streben eine Freilassung 2021 an.

Dutroux hatte in den 90er Jahren sechs Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt. Vier Opfer hat er getötet. Seit 1996 ist er in Haft, 2004 wurde er zu lebenslang verurteilt. Eine lebenslange Haft beträgt in Belgien in der Regel 30 Jahre.

Eine vorzeitige Entlassung ist möglich, wenn Verurteilte mindestens zwei Drittel ihrer Strafe verbüsst haben. Ausserdem müssen andere Kriterien erfüllt sein – Betroffene dürfen etwa kein Risiko für die Gesellschaft mehr sein. Erst kürzlich war ein Komplize Dutroux unter Auflagen aus der Haft entlassen worden.

Bereits 2013 hatte die Brüsseler Haftprüfungskammer einen Dutroux-Antrag abgelehnt, seine restliche Strafe mit einer elektronischen Fussfessel im Hausarrest abzusitzen. (fal/sda)

Erstellt: 17.10.2019, 21:16 Uhr

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