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Kinderquälerin darf weiter in Krippen arbeiten

Sie soll Kinder an den Ohren gezogen und auf erniedrigende Weise bestraft haben. Nun wird der Leiterin einer Krippe in Neuenburg die Bewilligung entzogen. Ein Berufsverbot erhält sie jedoch nicht.

Hier soll es zu Misshandlungen gekommen sein: Kinderkrippe in Pesaux. (Archivbild)
Hier soll es zu Misshandlungen gekommen sein: Kinderkrippe in Pesaux. (Archivbild)

Eine seit drei Monaten suspendierte Direktorin einer privaten Kinderkrippe in Peseux NE muss ihre Funktion definitiv abgeben. Die dafür zuständige Behörde hat ihr am Freitag offiziell mitgeteilt, dass ihr die kantonale Bewilligung entzogen wird.

Es handle sich dabei um eine harte Massnahme, sagte der beim Kanton für den Fall zuständige Christian Fellrath am Montag der Nachrichtenagentur SDA. Damit bestätigt er eine entsprechende Meldung des Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Die Frau dürfe die von ihr gegründete Krippe nicht mehr leiten.

Kein Berufsverbot

Der Entscheid sei aber nicht mit einem Berufsverbot gleichzusetzen, sagte Fellrath. Die Frau könnte theoretisch in einem anderen Kanton wieder eine Krippe leiten, falls sie dort die Bewilligung erhalte. Eine sogenannte schwarze Liste gebe es nicht.

Der Entzug der Bewilligung per 31. Juli hat zur Folge, dass die Krippe geschlossen werden muss. Für die rund 70 betroffenen Kinder muss nun eine Lösung gefunden werden.

Keine strafrechtlichen Folgen

Legt die Direktorin gegen den Entscheid keinen Rekurs ein, dürfte die Angelegenheit damit abgeschlossen sein. Denn bereits Ende Mai hatte die Staatsanwaltschaft entschieden, gegen die beiden wegen Misshandlung beschuldigten Frauen – die Direktorin und eine Mitarbeiterin – strafrechtlich nicht vorzugehen.

Grund für die Einstellung des Verfahrens war, dass die beiden nicht gegen das Strafrecht verstossen hätten. Die Staatsanwaltschaft kritisierte jedoch die «nicht mehr zeitgemässen Erziehungsmethoden» der beiden Frauen.

An den Ohren gezogen

Die ganze Angelegenheit ins Rollen gebracht hatten Angestellte der Kinderkrippe. Sie machten die zuständigen Behörden auf angebliche Misshandlungen aufmerksam. Dies wurde Ende März bekannt.

Die Polizei fand heraus, dass die Kinder an den Ohren gezogen, angeschrien und auf erniedrigende Weise bestraft worden waren – dies während mehrerer Monate. Geschlagen wurden sie allerdings nicht. Es handelte sich um Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und vier Jahren.

Die betroffene Kinderkrippe hat Platz für bis zu 70 Kinder. Durchschnittlich werden täglich gegen 30 Kinder beaufsichtigt. Rund 50 Familien nahmen das Angebot der Krippe in Anspruch.

SDA/mrs

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