Snowboarder stirbt nach Lawine am Piz Nair

Der 36-Jährige wurde verschüttet und erlag im Spital seinen Verletzungen. Auch im Wallis und in den italienischen Alpen kamen Personen durch Lawinen ums Leben.

Die Lawine löste sich im oberen Teil eines steilen Abhangs. (26. Dezember 2019) Foto: Rettungskolonne Sektion Bernina

Die Lawine löste sich im oberen Teil eines steilen Abhangs. (26. Dezember 2019) Foto: Rettungskolonne Sektion Bernina

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Der Snowboarder, der am Stephanstag am Piz Nair von einer Lawine verschüttet worden war, ist am Samstag verstorben. Der in der Schweiz wohnhafte 36-Jährige war am Donnerstag in einer Vierergruppe an einem Südost-Hang am Piz Nair ausserhalb der gesicherten Piste unterwegs. Als die Gruppe den gleichen Hang zum zweiten Mal einzeln befuhr, löste der 36-Jährige eine Lawine aus. Seine Begleiter, welche vorausgefahren waren, warteten an einem sicheren Ort am Fusse des Hangs.

Der Snowboarder wurde durch die Schneemassen rund vierhundert Meter mitgerissen und verschüttet. Am Samstagabend erlag er im Kantonsspital Graubünden an seinen schweren Verletzungen.

Lawinen-Drama im Wallis

Am Samstagvormittag starb ein Deutscher bei einem Lawinen-Drama im Wallis. Der 55-Jährige und sein Sohn hatten am Samstagvormittag unterhalb der Station Gandegg die Skipisten verlasen und sich in Richtung Stieltihorn auf den Weg gemacht. Auf einer Höhe von etwa 2700 Metern wurde der Vater von einer Lawine mitgerissen.

Der Sohn, der nicht verschüttet wurde, schlug Alarm, ortete den Vater mit dem Verschüttetensuchgerät und begann, ihn auszugraben. Eine Rettungsmannschaft konnte den 55-jährigen Deutschen schliesslich aus zwei Metern Tiefe bergen. Er wurde schwer verletzt mit dem Helikopter ins Inselspital nach Bern geflogen.

Die Lawinengefahr in der Region bleibe erheblich, sagte Polizeisprecher Stève Léger am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur. Das entspricht der mittleren von fünf Gefahrenwarnstufen. Sollten Zweifel über die Bedingungen bestehen, empfiehlt Léger, einen Spezialisten zu kontaktieren.

Glück im Unglück in Leysin

Glimpflich ging dagegen ein Lawinenniedergang bei Leysin in den Waadtländer Alpen aus. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Zunächst hatten eine Rettungskolonne und eine Helikopterbesatzung nach möglicherweise Verschütteten gesucht.

Die Lawine ging ausserhalb des Skigebietes nieder. Ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine entsprechende Meldung des Onlineportals der Zeitung «24 Heures».

In weiten Teilen der Schweizer Alpen herrschte am Samstag verbreitet erhebliche Lawinengefahr. Das entspricht der mittleren von fünf Gefahrenwarnstufen.

Lawine in den Dolomiten fordert ein Todesofper

Bei einem Lawinenabgang im norditalienischen Trentino ist am Sonntag ein Skifahrer ums Leben gekommen. Dabei handelt es sich um einen 28-jährigen Trentiner. Drei weitere Skifahrer konnten sich retten, einer von ihnen wurde unterkühlt in ein Spital in Trient geflogen.

Die Lawine hatte sich in der Nähe der Tuckett-Hütte in der Brenta-Gebirgsgruppe im Trentino in der norditalienischen autonomen Region Trentino-Südtirol, gelöst. Woher die Menschen kamen, war zunächst unklar. Die Gegend ist bei Skibergsteigern und Kletterern beliebt.

Schneebrett fegt über gesicherte Piste – drei Menschen verschüttet

Im Südtirol sind eine Frau und zwei siebenjährige Mädchen aus Deutschland ums Leben gekommen. Ein Mann und sein elfjähriger Sohn – ebenfalls aus Deutschland – wurden bei dem Unglück gegen Samstagmittag verletzt, wie ein Sprecher der Carabinieri in Bozen am Abend sagte.

Die Rettungskräfte suchten zunächst noch nach weiteren möglichen Vermissten. Am Samstagabend war nach Angaben des Sprechers noch nicht ganz sicher, ob noch mehr Menschen verschüttet wurden. Sonntagfrüh wurden nach Angaben der Bergwacht jedoch keine Menschen mehr vermisst. Die Suche nach möglichen Verschütteten werde daher nicht fortgesetzt, sagte ein Sprecher der Bergwacht im Schnalstal der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Ein Sprecher des deutschen Aussenministeriums bestätigte am späten Samstagabend, dass es sich bei den Toten um drei Deutsche handelt. Weitere Angaben machte er nicht. Die 25-jährige Frau und eines der Mädchen stammen dem Carabinieri-Sprecher zufolge aus Thüringen, das andere Mädchen aus Nordrhein-Westfalen. Die Menschen seien auf einer Piste im Schnalstal westlich von Meran unterwegs gewesen, als sich die Lawine am Samstagmittag auf einer Höhe von etwa 3000 Metern löste und in das tiefer gelegene Skigebiet raste.

Die Frau und das Mädchen konnten laut Polizei nur noch tot aus der Lawine geborgen werden. Das andere Mädchen wurde schwer verletzt mit dem Rettungshelikopter in ein Spital in Trient gebracht, wo es am Samstagabend seinen Verletzungen erlag.

Bahnen sahen keine Gefahr

Unklar ist, wieso das Schneebrett über eine gesicherte Abfahrt rauschen konnte. Die Staatsanwaltschaft Bozen sei am Sonntag zu einer Besichtigung des Unglücksortes im Schnalstal, so die Bergwacht. Die Behörde muss unter anderem ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte und wie die Lawine ausgelöst wurde.

Laut dem Sprecher der Carabinieri bestand keine akute Lawinengefahr. Allerdings herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks starker Wind, und es hatte einen Temperaturanstieg gegeben.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte den Chef der Schnalstaler Gletscherbahnen, dass man keine Lawinengefahr gesehen habe. Sonst hätte man die Piste nicht freigegeben. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass Skiläufer abseits der Piste die Lawine ausgelöst hätten.

Die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtete ausserdem von einem weiteren Lawinenabgang am Samstag in einem Skigebiet am Hirzer (Punta Cervina) in den Sarntaler Alpen, ebenfalls Südtirol. Ein italienischer Skialpinist sei von der Lawine mitgerissen, aber von seinen Kameraden geborgen worden. Er wurde in ein Spital in Bozen gebracht. (fal/sda)

Erstellt: 29.12.2019, 17:55 Uhr

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