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Lawinen töten acht Menschen

An der Ostflanke des Vilan im Prättigau wurden auf einer Skitour sieben Personen mitgerissen, fünf starben. Auch im Berner Oberland und im Toggenburg kam es zu tödlichen Lawinenunglücken.

Drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden: Rettungskräfte im Einsatz. (31. Januar 2015)
Drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden: Rettungskräfte im Einsatz. (31. Januar 2015)
Kapo Graubünden

Lawinenniedergänge haben über das Wochenende in der Schweiz acht Todesopfer gefordert:

  • Im Bündnerischen Prättigau starben fünf SAC-Mitglieder in einer Lawine am Piz Vilan.
  • Im Berner Oberland starb je ein Wintersportler in Adelboden und in Mürren durch Schneebretter abseits der Piste.
  • Im Obertoggenburg starb ein Variantenskifahrer in der Gemeinde Wildhaus nach einem Sturz in die Tiefe.

Am Vilan geriet eine neunköpfige Skitourengruppe des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) in eine Lawine. Acht Personen wurden mitgerissen und sieben Personen verschüttet, wie Kantonspolizeisprecherin Anita Senti der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Einer der Verschütteten konnte sich selbst befreien. Drei Männer konnten nur noch tot geborgen werden. Vier Schwerverletzte wurden in Rettungshelikoptern in Spitäler nach St. Gallen, Zürich und Chur geflogen.

Eine Frau starb gestern, eine weitere in der Nacht auf heute. Für die beiden Unverletzten boten die Rettungskräfte ein Careteam auf.

Trotz Tourenführer wurde die Gruppe verschüttet

Die SAC-Tourengruppe aus dem Raum Zürich-Aargau war mit einem Tourenführer unterwegs, als sich bei der Abfahrt Richtung Seewis rund 2200 Meter über Meer die Lawine löste.

Alle Gruppenmitglieder waren mit Verschüttetensuchgeräten ausgerüstet. Nach Angaben einer Polizeisprecherin ist der Vilan ein beliebter und nicht als gefährlich bekannter Tourenberg.

Zwei Tote im Berner Oberland

In Mürren im Berner Oberland kam ein Snowboarder in der Region Schilthorn ausserhalb der Pisten unterhalb der Station Birg in ein Schneebrett. Der 28-jährige Basler konnte zwar von Suchhunden lokalisiert, aber von den Helfern nicht mehr gerettet werden, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.

Kurz nach Mittag geriet ein 31-Jähriger im Skigebiet Hahnenmoos in Adelboden in ein Schneebrett. Auch er war nicht auf einer Piste unterwegs. Der Mann aus dem Kanton Freiburg wurde geborgen und ins Spital geflogen. Am Abend starb er dort.

Schneebrett riss Variantenskifahrer in die Tiefe

In der Obertoggenburger Gemeinde Wildhaus SG löste ein 26-jähriger Variantenskifahrer ein Schneebrett aus, wurde mitgerissen und stürzte Hunderte Meter in die Tiefe. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Er war in einer Dreiergruppe abseits der markierten Pisten unterwegs. Nachdem zwei von ihnen einen Hang einzeln befahren hatten, löste er das Schneebrett aus. Die beiden anderen Skifahrer, ein 28-Jähriger und ein 38-Jähriger, blieben unverletzt.

Erhebliche Lawinengefahr

Glimpflich ging ein Lawinenunfall oberhalb von Verbier VS aus. Gestern Mittag waren zwei Skifahrer von einer Lawine verschüttet worden. Die Rettungskräfte konnten sie schnell aus den Schneemassen befreien. Die Skifahrer wurden leicht verletzt.

Vom Begleiter unverletzt geborgen wurde fast gleichzeitig eine verschüttete 29-Jährige in Flumserberg SG. Das Duo hatte das gesicherte Skigebiet verlassen und löste ein Schneebrett aus. Der 30-jährige Begleiter befreite die Snowboarderin, noch bevor die Retter vor Ort waren.

Im ganzen Alpengebiet und im Jura ist die Lawinengefahr nach Angaben des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung erheblich. Die Schneedecke ist sehr störanfällig. Schon einzelne Wintersportler können sehr leicht Lawinen auslösen. Touren und Variantenabfahrten erfordern grosse Vorsicht und Zurückhaltung. Die Gefahrenstufe «erheblich» herrscht während etwa eines Drittels des Winters.

SDA/pst

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