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Leichenschändung: US-Soldaten vor Gericht

Sie urinierten auf Leichen von Talibankämpfern und zeichneten ihre Tat auf Video auf. Nun kommen zwei weitere der beteiligten US-Soldaten vor Militärgericht.

Der Skandal in ihren Reihen hat strafrechtliche Konsequenzen: US-Soldaten in Afghanistan. (23. September 2012)
Der Skandal in ihren Reihen hat strafrechtliche Konsequenzen: US-Soldaten in Afghanistan. (23. September 2012)
AFP

Zwei US-Soldaten müssen vor einem Militärgericht erscheinen, weil sie in Afghanistan auf die Leichen von Talibankämpfern uriniert haben sollen. Wie das Pentagon gestern mitteilte, drohen den beiden Unteroffizieren strafrechtliche Konsequenzen für die Leichenschändung, die in einem Internetvideo Anfang des Jahres öffentlich geworden war.

Wegen des Vergehens hatte das US-Militär Ende August bereits drei andere Soldaten mit Disziplinarstrafen belegt. Das Pentagon wirft den beiden Soldaten einer Scharfschützeneinheit der Marineinfanteristen vor, gegen das Militärrecht verstossen zu haben. Die Unteroffiziere hätten «mit menschlichen Opfern posiert». Ausserdem seien die Männer angeklagt worden, weil sie untergebene Soldaten nicht angemessen beaufsichtigt hätten.

Massive Empörung über den Vorfall

Der Vorfall ereignete sich Ende Juli 2011 in der südafghanischen Provinz Helmand. Im Januar tauchten im Internet die Aufnahmen der Schändung der Leichen dreier getöteter Aufständischer auf und sorgten für massive Empörung. Afghanistans Präsident Hamid Karzai warf den Soldaten «unmenschliches» Verhalten vor, US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigte sich.

In dem Video sind vier US-Soldaten zu sehen, ein fünfter machte die Aufnahme. Bei den im August abgestraften Soldaten handelte es sich laut US-Armee um einen der urinierenden Soldaten, einen Kollegen, der die Szene aufnahm, sowie einen weiteren anwesenden Marineinfanteristen, der den Vorfall nicht meldete.

AFP/rbi

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