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Libanon nach grausiger Lynchjustiz unter Schock

Die Bewohner eines Dorfes nahe Beirut haben einen Verdächtigen im Beisein der Polizei umgebracht – auf bestialische Weise. Nun will der Staat hart gegen die Täter vorgehen.

«Kein Rechtssstaat kann dieses Geschehen billigen», sagte Justizminister Ibrahim Najar am Freitag, nachdem Dorfbewohner am Donnerstag einen mutmasslichen Mörder erschlagen und an einem Fleischerhaken aufgehängt hatten. «Egal, was die Dorfbewohner durchgemacht haben, nichts kann ihre Reaktion rechtfertigen», sagte der Minister. Die Justiz verfüge über die Namen von zehn Beteiligten, die jetzt belangt würden.

Am Donnerstag war der Ägypter Mohammed Muslem zu einem Termin in dem Dorf Ketermaja, rund 25 Kilometer südöstlich von Beirut, gebracht worden. Er stand im Verdacht, ein Ehepaar und dessen Enkeltöchter im Alter von sieben und neun Jahren erstochen zu haben. Bei dem Ortstermin sollte das Verbrechen nachgestellt werden. Doch die Dorfbewohner zerrten den Mann aus dem Polizeiauto – und die Beamten mussten hilflos zusehen, wie er niedergestochen und totgeschlagen wurde.

Der Tote wurde Filmaufnahmen zufolge bis auf seine Unterhose und Socken entkleidet, der blutüberströmte Leichnam mit Füssen getreten, auf der Motorhaube eines weissen Autos herumgefahren und schliesslich mit einem Fleischerhaken an einem Strommast aufgehängt. Dort hing der Tote eine halbe Stunde lang, während Passanten applaudierten und Fotos mit ihren Handys machten. Schliesslich griff die Armee ein und barg den Leichnam.

AFP/raa

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