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Sechs Tote und 400 Verletzte in Jerusalem

Die Einschränkungen am Tempelberg führen zu gewalttätigen Protesten. Drei Palästinenser und drei Israeli sind dabei getötet worden.

Sorgt immer wieder für Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern: Der Tempelberg in Jerusalem. (Archivbild)
Sorgt immer wieder für Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern: Der Tempelberg in Jerusalem. (Archivbild)
Emilio Morenatti, Keystone
Israel verwehrt Männern unter 50 Jahren den Zutritt zur Altstadt und zum Tempelberg  für die Freitagsgebete: Palästinensische Geistliche sprechen mit israelischen Polizisten. (21. Juli 2017)
Israel verwehrt Männern unter 50 Jahren den Zutritt zur Altstadt und zum Tempelberg für die Freitagsgebete: Palästinensische Geistliche sprechen mit israelischen Polizisten. (21. Juli 2017)
Jack Guez, AFP
Beten neben bewaffneten Sicherheitskräften: Im Lauf dieser Woche haben sich immer mehr Muslime an Gebeten in den Strassen um den Tempelberg beteiligt. (19. Juli 2017)
Beten neben bewaffneten Sicherheitskräften: Im Lauf dieser Woche haben sich immer mehr Muslime an Gebeten in den Strassen um den Tempelberg beteiligt. (19. Juli 2017)
Ahmad Gharabli, AFP
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Der Streit über verschärfte Kontrollen am Jerusalemer Tempelberg hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach dem Freitagsgebet entlud sich der Zorn in Protesten. Bei Zusammenstössen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften wurden in Ost-Jerusalem und in der Stadt Abu Dis im Westjordanland drei Palästinenser getötet und hunderte weitere verletzt.

Am Abend meldete zudem die israelische Armee einen tödlichen Messerangriff in der jüdischen Siedlung Neve Zuf. Ein Angreifer sei in ein Haus eingedrungen und habe auf vier israelische Zivilisten eingestochen. Drei von ihnen seien gestorben, ein weiterer sei verletzt. Der Angreifer sei erschossen worden.

Vorerst keine Kontakte mehr

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte in einer Rede, die Autonomiebehörde lege die Kontakte zu Israel «auf allen Ebenen» auf Eis, solange die israelischen Massnahmen aufrecht erhalten würden. Israel stelle sie «fälschlich als Sicherheitsmassnahmen dar, um die Kontrolle über die Al-Aksa-Moschee zu bekommen».

Der in der Jerusalemer Altstadt gelegene Tempelberg beherbergt unter anderem die Al-Aksa-Moschee und ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina.

Vergangene Woche hatten die israelischen Behörden Metalldetektoren am Zugang zum Tempelberg aufgestellt, nachdem drei arabische Israelis in der Jerusalemer Altstadt zwei israelische Polizisten erschossen hatten. Am Freitag entschied die israelische Regierung, die Detektoren stehen zu lassen. Für zusätzliche Wut sorgte bei den Palästinensern, dass Männern unter 50 Jahren der Zugang zur Altstadt verwehrt wurde.

Gewalttätige Proteste in Jerusalem: Drei Palästinenser und drei Israeli wurden getötet. Video: Reuters

Kritik von Arabischer Liga

Die Arabische Liga warf Israel die Ausübung «exzessiver Gewalt» vor. Der Vorsitzende des Staatenbundes, Ahmed Abul Gheit, verurteilte laut einem Sprecher die israelischen Sicherheitskräfte, die «mit exzessiver Gewalt und scharfer Munition gegen unbewaffnete Zivilisten» vorgegangen seien.

Die aktuellen Spannungen «öffnen die Tür zu einer weiteren Eskalation» der ohnehin bestehenden «Wut der Palästinenser, Araber und Muslime über die Gewalt und neuen Massnahmen der israelischen Behörden».

Das ägyptische Aussenministerium forderte Israel auf, die Gewalt zu beenden und Vernunft walten zu lassen, um ein Abgleiten in einen «gefährlichen und schwierigen Sumpf» zu verhindern.

Folgen noch offen

Welche Folgen die Aussetzung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israelis und der Palästinensischen Autonomiebehörde haben würde, war zunächst unklar. Bislang hatten beide Seiten ihre Sicherheitsmassnahmen koordiniert, was als ein Grund dafür gesehen wird, dass die Gewalt in den vergangenen Jahren nicht weiter eskaliert ist.

Beide Seiten haben Kontakte in verschiedenen weiteren Bereichen, Einigungen gab es zuletzt zu Fragen der Wasser- und Stromversorgung. Die Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung stehen allerdings seit Jahren still.

AP/oli

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