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Maltas bekannteste Journalistin durch Autobombe getötet

Daphne Caruana Galizia hat die maltesische Regierung mit ihren Korruptionsvorwürfen zu Neuwahlen getrieben. Nun ist sie tot.

Tot: Maltas bekannteste Journalistin stirbt durch eine Autobombe. Video: Tamedia/Storyful

In Malta ist am Montag die bekannteste investigative Journalistin des Landes getötet worden. Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia, als eine unter ihrem fahrenden Auto angebrachte Bombe explodierte. Die Bloggerin hatte der Regierung des Inselstaats Korruption vorgeworfen.

Maltesischen Medienberichten zufolge explodierte das Auto, kurz nachdem die 53-Jährige es gestartet hatte. Dem staatlichen TV-Sender TVM zufolge hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

Sie schrieb pausenlos über die «Vetternwirtschaft, die hierzulande als normal akzeptiert wird»: Die investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia. (Archiv)
Sie schrieb pausenlos über die «Vetternwirtschaft, die hierzulande als normal akzeptiert wird»: Die investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia. (Archiv)
Matthew Mirabelli, AFP
Ein Jahr nach dem Mord gedachten Menschen auf Malta der Journalistin. (16. Oktober 2018)
Ein Jahr nach dem Mord gedachten Menschen auf Malta der Journalistin. (16. Oktober 2018)
John Borg, Keystone
«Der Stift wird die Angst besiegen»: Auf allen maltesischen Zeitungen prangte am 22. Oktober dieses Titelbild.
«Der Stift wird die Angst besiegen»: Auf allen maltesischen Zeitungen prangte am 22. Oktober dieses Titelbild.
Matthew Mirabelli, AFP
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Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat sprach von einer «barbarischen» Tat und einem «schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit». Der Mitte-Links-Politiker wies die Sicherheitskräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen.

Sieg trotz Korruptionsvorwürfen

Die 53-jährige Internet-Bloggerin, die als Journalistin auch für andere Medien tätig war, hatte mit ihren Berichten erreicht, dass Muscat wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit den «Panama Papers» vorgezogene Neuwahlen ansetzte. Unter anderem steht seine Frau im Verdacht, Bestechungsgelder auf geheimen Konten in Panama versteckt zu haben. Vorwürfe im Zusammenhang mit Off-Shore-Konten richteten sich auch gegen den Energieminister sowie gegen Muscats Kabinettschef.

«Sie hat die Regierung im Alleingang bis fast zum Kollaps gebracht», sagte ein Parlamentarier zu «Politico». «Diese Frau hat Eier», meinte ein anderer.

Aus der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni ging Muscats Arbeiterpartei trotz der Korruptionsvorwürfe als Siegerin hervor. Es war das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Inselstaats von Grossbritannien 1964, dass die Arbeiterpartei zwei Wahlen in Folge gewann. Muscat hatte die Vorwürfe kategorisch bestritten und für den Fall, dass sie sich als wahr erweisen sollten, seinen Rücktritt angekündigt.

«Politico» hatte die Bloggerin ein «One-Woman-WikiLeaks» getauft. Ihr Motto sei simpel gewesen: Sie schrieb pausenlos über die «Vetternwirtschaft, die hierzulande als normal akzeptiert wird.»

AFP/mch

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