Mann kommt dank DNA-Stammbaumanalyse frei

Christopher Tapp wurde nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Dank einer DNA-Stammbaumanalyse kam die Polizei dem wahren Mörder auf die Spur.

«Es ist ein neues Leben, ein neuer Anfang, eine neue Welt für mich»: Christopher Tapp. Foto: Monte Laorange (Keystone)

«Es ist ein neues Leben, ein neuer Anfang, eine neue Welt für mich»: Christopher Tapp. Foto: Monte Laorange (Keystone)

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In den USA ist ein unschuldig wegen Mordes verurteilter Mann von allen Vorwürfen reingewaschen worden, nachdem der wahre Täter durch eine DNA-Stammbaumanalyse ermittelt wurde. Ein Gericht im Bundesstaat Idaho sprach den 43-jährigen Christopher Tapp am Mittwoch endgültig vom Vorwurf frei, 1996 eine Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. «Es ist ein neues Leben, ein neuer Anfang, eine neue Welt für mich», sagte Tapp, der rund 20 Jahre im Gefängnis gesessen hatte, anschliessend. «Ich werde einfach jeden Tag geniessen.»

Tapp war 1998 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch basierte auf einem Geständnis, das Tapp später widerrief.

DNA-Proben von Verwandten

Im vergangenen Mai wurde dann ein anderer Tatverdächtiger festgenommen, der den Mord schliesslich gestand. Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, indem sie DNA von am Tatort gefundenem Sperma mit Stammbaum-Datenbanken im Internet abglichen. In den USA schicken viele Menschen DNA-Proben an spezialisierte Anbieter, um über Erbgut-Vergleiche entfernte Verwandte zu finden.

Ermittler können in solchen Datenbanken mit am Tatort gefundenen DNA-Spuren Verwandte des Täters aufspüren und so schliesslich einen Verdächtigen ausfindig machen. Diese Methode führte im vergangenen Jahr zur Festnahme des mutmasslichen «Golden-State-Killers» Joseph James DeAngelo, der mindestens zwölf Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt haben soll.

Mörder war Nachbar des Opfers

Im Fall Christopher Tapp wurde durch diese Methode nun erstmals ein unschuldig Verurteilter vollständig entlastet, indem der wahre Täter ermittelt wurde. Tapps Verurteilung war aber bereits vorher ins Wanken geraten: Er kam 2017 im Zuge einer Abmachung mit der Justiz auf freien Fuss – die Vorwürfe gegen ihn blieben aber formell bestehen.

Ende 2018 erhielten seine Anwälte dann die Erlaubnis, am Tatort gefundenes Sperma mit Online-Datenbanken abzugleichen. So wurde der wahre Täter gefunden: ein Nachbar des Mordopfers. (chk/AFP)

Erstellt: 18.07.2019, 06:20 Uhr

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