Mann schiesst mehrere Male auf Frau

In Herzogenbuchsee BE hat ein Mann in einer Wohnung eine Frau angeschossen. Diese musste verletzt ins Spital geflogen werden.

Hier wurde am Samstagmittag geschossen: Die Grabenstrasse in Herzogenbuchsee. Die genaue Adresse des Tatortes ist nicht bekannt. Quelle: Google Streetview


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Tragisches hat sich am Samstag zwischen einem betagten Ehepaar in einem Buchser Wohnquartier ereignet. Der Mann hat um die Mittagszeit auf seine Frau geschossen. Während die Rentnerin mit einem Helikopter der Rega ins Spital geflogen werden musste, wurde der Mann von der Polizei für weitere Abklärungen auf die Wache gebracht.

Der Abgabe mehrerer Schüsse in einem Haus an der Grabenstrasse sei offenbar ein Streit vorausgegangen, sagte Polizeisprecher Dino Dal Farra am Sonntag auf Anfrage. Ein Nachbar präzisiert: Zwischen den beiden über Siebzigjährigen sei es in den letzten Monaten immer wieder laut geworden. Aber nicht in Form von alltäglichen Streitereien. Es sei offenbar eine Erkrankung, die bei dem Mann seit einiger Zeit immer wieder zu Ausrastern geführt habe. Mehrmals sei er deswegen seit Jahresbeginn bereits in ärztlicher Behandlung gewesen.

Als er am Samstagmittag plötzlich dieses extrem laute Knallen gehört habe, erzählt der Nachbar, sei für ihn deshalb klar gewesen, dass er schnellstmöglich nachsehen müsse, ob sich in der Wohnung über ihm etwas zugetragen habe. Dass es sich um Schüsse handeln könnte, daran habe er zu diesem Zeitpunkt gar nicht gedacht.

Verwirrt und verzweifelt

Den Weg in die Wohnung im oberen Stock musste der Nachbar gar nicht erst antreten. «Der Mann stand schon selber vor meiner Tür, damit ich Hilfe anfordere», sagt er. Sichtlich verwirrt sei der Rentner gewesen. Und ebenso verzweifelt.

«Der Mann stand schon selber vor meiner Tür, damit ich Hilfe anfordere.»Ein Nachbar

Wie er lebe das Ehepaar schon seit rund 30 Jahren im Dreifamilienhaus an der Grabenstrasse, sagt der Nachbar. Angehörige sind ihm keine bekannt. Er habe die Frau erst letzte Woche gefragt, ob der Mann ihr gegenüber bei seinen Ausrastern zuweilen denn auch handgreiflich werde, sagt der Nachbar. Das habe sie verneint.

Die Fragen nach dem Warum

Der Mann sei nach wie vor bei der Polizei, sagte am Sonntag Mediensprecher Dal Farra. Ob und welche weiteren Massnahmen gegen ihn geprüft werden, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. «Wir klären immer noch ab, was genau passiert ist», sagt Dal Farra. Die Frau befinde sich nach wie vor im Spital. Über ihren Zustand könne die Polizei keine genaueren Angaben machen.

Gemeindepräsident Markus Loosli hat aus den Medien vom tragischen Vorfall erfahren, die betroffenen Personen sind ihm persönlich nicht bekannt. Das traurige Ereignis lasse automatisch die Frage aufkommen, ab wann man hinschauen müsse, ob man das Schlimmste vielleicht hätte verhindern können, sagt Loosli. Inwiefern die Probleme des Paares auch behördlich bekannt gewesen seien, entziehe sich aber seiner Kenntnis. Er hoffe, dass es der Frau bald wieder besser gehe und der Mann die für ihn nötige Betreuung erhalte.

Erstellt: 26.05.2019, 10:58 Uhr

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