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Mann sorgt für Schrecksekunde in Cannes

Ein psychisch labiler Mann schoss während einer TV-Übertragung zweimal in die Luft. Niemand wurde verletzt. Zuvor ereignete sich, ebenfalls am Rande des Filmfestivals, ein spektakulärer Juwelenraub.

Aufregung am Rande des Filmfestivals von Cannes: Ein mit einer Granaten-Attrappe ausgerüsteter Mann hat am Freitagabend während einer Fernseh-Liveübertragung aus der französischen Mittelmeerstadt zwei Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgefeuert und kurzzeitig Panik ausgelöst. Der Mann wurde von Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen. Der Mann näherte sich nach Behördenangaben einer TV-Bühne an der berühmten Küstenstrasse Croisette und gab zwei Schüsse ab. Neben der Schreckschusspistole sei er mit einem Messer bewaffnet gewesen. Verletzt wurde niemand. Bei dem Festgenommenen handele es sich um einen psychisch instabilen 42-Jährigen, sagte ein Behördensprecher.

Die Übertragung des französischen Senders Canal+ wurde für mehrere Minuten unterbrochen. Der Mann habe vor seinen Schüssen zu einer neben ihm stehenden Frau gesagt, «wenn ich Sie wäre, würde ich hier nicht bleiben», berichtete Canal+-Moderator Michel Denisot, als die Sendung fortgesetzt wurde. Als er von Sicherheitskräften nieder gerungen wurde, riefen Polizisten das Wort «Granate», wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Daraufhin brach unter den Zuschauern für kurze Zeit Panik aus.

Schmuck von Schweizer Hersteller geklaut

Bereits zuvor ereignete sich Unübliches, weshalb nun bei den Filmfestspielen in den nächsten Tagen unfreiwillig improvisiert werden muss: Juwelendiebe haben aus einem Hotelzimmer Schmuckstücke im Millionenwert gestohlen. Sie sollten eigentlich den Superstars noch mehr Glanz verleihen. Die Schmuckstücke stammen von der Luxusgütermanufaktur Chopard. Sie waren als Leihgabe für berühmte Festivalstars gedacht.

Julianne Moore, Lana Del Rey oder Cindy Crawford hatten bereits an den ersten Tagen Schmuck des Traditionsunternehmens getragen. Ob kurzfristig gleichwertiger Ersatz organisiert werden konnte, blieb zunächst unklar. Das Unternehmen Chopard gab bis zum späten Nachmittag keine Stellungnahme zu der Tat ab.

Ungestörter Raub

Nach der ersten Ermittlungen der Polizei hatten sich der oder die Täter am frühen Freitagmorgen Zugang zu dem von einer Chopard-Mitarbeiterin angemieteten Hotelzimmer verschafft. Offensichtlich ungestört konnten sie dann den Safe ausbauen und fortschaffen.

Besondere Aufmerksamkeit erweckte der Diebstahl, weil Chopard nicht nur Schmuck für die Stars, sondern auch den Filmpreis «Goldene Palme» stellt. Die mehr als 20'000 Euro teure Trophäe aus 118 Gramm Gold soll sich jedoch nicht im Tresor befunden haben. Sie wird zum Abschluss des Festivals in einer Woche an den Macher des besten Wettbewerbsfilms übergeben.

Französische Medien sahen sich bei der spektakulären Tat an den Kultfilm «Über den Dächern von Nizza» (1955) mit Cary Grant und Grace Kelly erinnert. Er erzählt von einem ehemaligen Juwelendieb, dessen Arbeitsweise von einem Newcomer nachgeahmt wird - und von den Funken, die zwischen ihm und einer amerikanischen Millionärstochter sprühen. Der Film wurde teilweise im Hotel Carlton in Cannes gedreht.

AFP/mrs

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