Wieder ein Lawinenopfer im Oberland

Am Dienstag wurde am Niesen ein 27-jähriger Schweizer von einer Lawine verschüttet. Im Spital erlag er seinen Verletzungen. Sein Begleiter kam mit dem Schock davon.

Der Verstorbene befand sich auf einer Skitour zum Gipfel des Niesens, als er von einer Lawine erfasst wurde (Archivbild/Markus Hubacher)

Der Verstorbene befand sich auf einer Skitour zum Gipfel des Niesens, als er von einer Lawine erfasst wurde (Archivbild/Markus Hubacher)

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Nur drei Tage nach dem tödlichen Lawinenniedergang im Diemtigtal erhielt die Kantonspolizei Bern am Dienstagmorgen kurz nach 10.25 Uhr die Meldung, wonach am Niesen eine Lawine niedergegangen und dabei eine Person verschüttet worden sei.

Wie die Kantonspolizei und die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland in ihrer Medienmitteilung vom Mittwoch schreiben, sei es den umgehend ausgerückten Rettungskräften in der Folge gelungen, im Gebiet Obere Stalde einen Mann in den Schneemassen zu lokalisieren und schliesslich aus diesen zu bergen.

Nach der medizinischen Erstversorgung vor Ort wurde der Mann mit einem Helikopter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) in kritischem Zustand ins Spital geflogen, wo er in der Nacht auf den Mittwoch verstarb. Beim Verstorbenen handelt es sich um einen 27-jährigen Schweizer aus dem Kanton Bern.

Die Ermittlungen laufen

Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte sich der Mann mit einem Begleiter anlässlich einer Skitour im Aufstieg zum Gipfel des Niesens befunden haben, als sich westlich unweit unterhalb des sogenannten «Mittlischten Stand» (2297 m) auf der Meereshöhe von gut 2000 Metern im offenen und steilen Gelände ein grosses Schneebrett löste. Der Mann wurde in der Folge von der Lawine mitgerissen und verschüttet. Der Begleiter blieb unverletzt.

Im Einsatz standen neben der Rega auch Teams der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) und der Air-Glaciers. Gebirgsspezialisten der Kantonspolizei Bern haben unter der Leitung der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Ermittlungen zu den Umständen des Lawinenunglücks aufgenommen. Urs Wohler, Geschäftsleiter der Niesenbahn AG, konnte auf Anfrage keine weiteren Auskünfte zum Lawinenunglück geben.

Immer noch erheblich

Die Lawinengefahr ist seit mehreren Tagen erheblich und wird dies auch am Donnerstag Tag noch bleiben (Gefahrenstufe 3 von 5). Im oberen Teil der Schneedecke sind vor allem im Bereich der Waldgrenze ausgeprägte Schwachschichten vorhanden.

Stellenweise können Lawinen schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden. Die Gefahrenstellen liegen vor allem an Übergängen von wenig zu viel Schnee sowie an eher schneearmen Stellen. Wummgeräusche können auf die Gefahr hinweisen. Mit Westwind entstehen im Verlauf des Donnerstags zudem weitere kleine Triebschneeansammlungen.

Skitouren, Variantenabfahrten und Schneeschuh-Wanderungen erfordern deshalb Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr. Vor allem an sehr steilen Sonnenhängen und unterhalb von rund 2200 Meter über Meer sind mittlere bis grosse Gleitschneelawinen möglich. Besondere Vorsicht geboten ist in Hängen mit Gleitschneerissen – auch Fischmäuler genannt.

Erstellt: 06.02.2019, 21:47 Uhr

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