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IS reklamiert Macheten-Angriff in Belgien für sich

In Charleroi sind zwei Polizistinnen mit einer Machete verletzt worden. Die Polizei ermittelt nun wegen versuchten terroristischen Mordes.

nag/chk/foa
Angriff mit Machete: Belgische Ermittler sprechen von terroristischem Hintergrund. (Video: Reuters)

Nach dem Machetenangriff auf zwei Polizistinnen in Belgien gehen die Ermittler von einem Terrorakt aus. Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag ein Ermittlungsverfahren wegen «terroristischen Mordversuchs» ein, wie Regierungschef Charles Michel in Brüssel mitteilte.

Die Attacke des 33-jährigen Algeriers, den die Polizei erschossen hatte, nahm die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich in Anspruch.

«Er stach heftig auf die Gesichter ein»

Der Angriff hatte sich am Samstag vor einer Polizeihauptwache in der Stadt Charleroi im Süden Belgiens ereignet. Der Täter zückte laut einem Bericht des Senders VTM eine Machete, als er an einem Kontrollposten vor dem Polizeihauptquartier der rund 50 Kilometer südlich von Brüssel gelegenen Stadt durchsucht werden sollte.

«Er hat sofort eine Machete aus einer mitgeführten Sporttasche gezogen und heftig auf die Gesichter der beiden Polizistinnen eingestochen», sagte ein Polizeisprecher der Fernsehsender RTL-TVI. Dabei habe er «Allahu Akbar» (arabisch für: «Gott ist der Grösste») geschrien.

Polizistinnen ausser Lebensgefahr

Ein dritter Beamter eröffnete das Feuer auf den Angreifer. Der Mann erlag später in einem Spital seinen Verletzungen. Die beiden Polizistinnen wurden laut Staatsanwaltschaft schwer im Gesicht und am Hals verletzt. Beide waren nach Angaben der Polizei aber ausser Lebensgefahr.

«Soldat des IS»: Die Jihadistenmiliz hat den Angriff einen Tag danach für sich in Anspruch genommen (6. August 2016).
«Soldat des IS»: Die Jihadistenmiliz hat den Angriff einen Tag danach für sich in Anspruch genommen (6. August 2016).
Keystone
Der Angreifer wurde von der Polizei getötet. (6. August 2016)
Der Angreifer wurde von der Polizei getötet. (6. August 2016)
Virginia Mayo, Keystone
Ein Mann griff zwei Polizistinnen mit einer Machete an: Einsatzkräfte in der Nähe des Tatorts in Charleroi. (6. August 2016)
Ein Mann griff zwei Polizistinnen mit einer Machete an: Einsatzkräfte in der Nähe des Tatorts in Charleroi. (6. August 2016)
AFP
Der Mann hat während der Attacke «Allahu Akbar» gerufen.
Der Mann hat während der Attacke «Allahu Akbar» gerufen.
AFP
Betroffenheit bei den Polizisten am Tatort.
Betroffenheit bei den Polizisten am Tatort.
Stepanie Lecocq, Keystone
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Der Staatsanwaltschaft zufolge lebte der Täter seit 2012 in Belgien. Er sei zur Ausreise aufgefordert gewesen, habe sich aber weiterhin illegal im Land aufgehalten, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Er war den Behörden wegen verschiedener Gesetzesverstösse bekannt, stand aber nicht wegen Terrorverdachts im Visier der Justiz. Zwei Häuser in Charleroi wurden im Zuge der Ermittlungen durchsucht.

Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) teilten am Sonntag über ihr Sprachrohr Amak mit, der Angreifer sei «ein Soldat des IS» gewesen.

Weiterer Mann festgenommen

In Belgien sind die Sicherheitskräfte seit den Anschlägen im März in Brüssel in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals töteten Islamisten am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen. Auch die Spur der Attentäter von Paris, die im November 130 Menschen töteten, führte nach Belgien.

In der Stadt Lüttich nahm die belgische Polizei am Sonntag einem Medienbericht zufolge einen weiteren Mann mit einer Machete fest. Die Sicherheitsbehörden seien am frühen Morgen verständigt worden, berichtete der Sender VRT. Der Festgenommene sei türkischer Abstammung, nicht polizeibekannt und habe die Machete nicht benutzt.

(SDA)

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