Masern-Epidemie an Steiner-Schule

Nicht geimpfte Schüler der Bieler Rudolf-Steiner-Schule müssen derzeit zu Hause bleiben. Grund ist ein Masern-Ausbruch.

Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach. Foto: Keystone / Urs Flüeler

Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach. Foto: Keystone / Urs Flüeler

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An der Rudolf-Steiner-Schule in Biel wurde Anfang Monat ein erster Fall von Masern gemeldet. Wie CH Media schreibt, hat die Gesundheitsdirektion Bern daraufhin den nicht geimpften Kindern aus der betroffenen Klasse sowie deren Geschwistern einen dreiwöchigen Hausarrest verordnet. Mittlerweile gilt die Anordnung für alle Klassen der Schule.

Der Gesundheitsdirektion sind inzwischen 12 Masern-Fälle bekannt – alle an der betroffenen Steiner-Schule. Weitere Schulen seien bislang vom Virus verschont geblieben.

«An der Steiner-Schule scheint die Durchimpfungsrate geringer zu sein als in der Gesamtbevölkerung, weshalb es zu mehr Ansteckungen kommt», erklärt Lorenz Amsler vom Kantonsarztamt gegenüber den Zeitungen.

Masern weltweit auf dem Vormarsch

Anfang Jahr liess die Weltgesundheitsorganisation WHO verlauten, dass die Zahl der Masern-Fälle im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 30 Prozent gestiegen ist. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit standen, gebe es wieder mehr Fälle.

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in der WHO-Region Europa: Dort seien im gesamten Jahr 2017 23'927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5273 gewesen.

Komplikationen sind möglich

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann eine Masernerkrankung in jedem Alter auftreten und manchmal schwerste Komplikationen verursachen. Unkomplizierte Fälle heilen zwar ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab, es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung (1 auf 1000 Fälle), eine Lungenentzündung (10 bis 60 auf 1000 Fälle) oder eine Mittelohrentzündung entwickelt.

Im schlimmsten Fall können Masernkomplikationen zum Tod führen. Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Das BAG empfiehlt deshalb eine Masern-Impfung.

Erstellt: 19.02.2019, 13:51 Uhr

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