Zum Hauptinhalt springen

Massives Polizeiaufgebot erstickt Anti-WEF-Demo im Keim

Nach der angekündigten Anti-WEF-Demonstration in Bern ist es ruhig geblieben. Die Polizei kesselte Aktivisten noch vor dem Umzug ein und kontrollierte offenbar friedliche Demonstranten.

Punkt 14 Uhr ist die Polizei einsatzbereit für die angekündigte Besammlung..
Punkt 14 Uhr ist die Polizei einsatzbereit für die angekündigte Besammlung..
Anita Suter
..bei der Heiliggeistkirche am Berner Bahnhof.
..bei der Heiliggeistkirche am Berner Bahnhof.
Anita Suter
Der Verkehr lag lahm - die Lorrainebrücke wurde zur Fussgängerzone.
Der Verkehr lag lahm - die Lorrainebrücke wurde zur Fussgängerzone.
Anita Suter
1 / 12

Hunderte Polizisten haben am Samstagnachmittag in Bern eine unbewilligte Anti-WEF-Demonstration im Keim erstickt. Sie kesselten gut 100 Aktivisten bereits auf dem Weg zum geplanten Besammlungsort am Bahnhof ein. Die Demonstranten wurden anschliessend für die Personenkontrolle ins Parkhaus Neufeld im Nordwesten Berns gebracht. Dort war in den letzten Tagen ein behelfsmässiger Warte- und Festhalteraum eingebaut worden. Wieviele Aktivisten am Abend noch festgehalten wurden, gab die Polizei nicht bekannt. Sie verwies auf zusätzliche Angaben am Sonntag.

Die geplante Demonstration unter dem Motto «Wipe out WEF» hatte für Unruhe gesorgt, weil im Vorfeld Aufrufe zur Gewalt zirkuliert haben sollen. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte angekündigt, man werde «alles Menschenmögliche unternehmen, um Ausschreitungen zu verhindern».

Hilfe aus anderen Kantonen

Das Polizei-Aufgebot in der Innenstadt war dementsprechend gross, wie ein sda-Reporter vor Ort feststellte. Einsatzkräfte aus Basel, Zürich und Genf waren zur Verstärkung der Berner Kollegen angereist. Sie verhinderten, dass sich die Aktivisten in die stark frequentierte Innenstadt bewegen konnten. Das hatte unter anderem zur Folge, dass zahlreiche Strassenabschnitte für Passanten gesperrt waren und der öffentliche Verkehr zeitweise lahmgelegt war.

Zwischen 100 und 120 Aktivisten wurden bereits auf dem Weg von der Schützenmatte zum Bahnhof eingekesselt. Laut Polizei waren sie meist vermummt und hatten Petarden und verschiedene Gegenstände gegen die Einsatzkräfte geworfen. «Die Personen werden unter anderem wegen Landfriedensbruch angezeigt», schreibt die Polizei.

Pfeffersprays und Vermummungsmaterial

In einem Fahrzeug, das die Aktivisten mitführten, habe man mehrere grosse Pfeffersprays, Vermummungsmaterial und Helme gefunden, heisst es weiter. Später habe man in einem Kanalisationsschacht beim Bollwerk weiteren Pfefferspray und Vermummungsmaterial entdeckt.

Rund 100 Demonstranten, die es zur Heiliggeistkirche beim Bahnhof geschafft hatten, wurden ebenfalls von Polizisten eingekreist und kontrolliert. Mit Ausnahme von sieben Personen wurden sie wieder entlassen.

Viele Passanten beobachteten die teils bizarre Szenerie mit verhältnismässig wenigen Demonstranten und vielen Polizisten, die meisten von ihnen in Kampfmontur. Auch ein Wasserwerfer stand bei der Heiliggeistkirche bereit.

«Kapitalismus überwinden»

Die Organisatoren hatten zu einer «überregionalen Kundgebung» gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum aufgerufen. Die Aktivisten trugen Transparente mit sich, auf denen etwa «WEF transformieren - Kapitalismus pulverisieren» stand. Aktivisten, die nicht eingekreist waren, kritisierten das Vorgehen der Polizei gegen «friedliche Demonstranten».

Sicherheitsdirektor Nause zog am späten Nachmittag auf Anfrage eine positive Bilanz des Polizei-Einsatzes. «Es gab im Vorfeld der Kundgebung Aufrufe zur Gewalt, die wir ernst nehmen mussten», sagte er. Die anonymen Organisatoren der Demonstration hätten sich nie von diesen Aufrufen distanziert.

«Am Freitag unternahmen wir einen letzten Versuch, mit den Organisatoren in Kontakt zu treten», berichtete Nause. Das sei nicht gelungen. Darauf habe man entschieden, dass man keinen Umzug durch die Innenstadt zulassen wolle.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch