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Medienmogul Murdoch bleibt im Sattel

Auf der Hauptversammlung der News-Corp.-Aktionäre in Los Angeles wurde Rupert Murdoch in seinem Amt bestätigt. Ebenso zwei seiner Söhne. Ganz ungeschoren kam der Patriarch jedoch nicht davon.

Protest nach der Veröffentlichung der Resultate der Untersuchungskommission: Ein als Rupert Murdoch verkleideter Demonstrant wirft Seiten des Leveson Berichts ins «Feuer ». (29. Juni 2012)
Protest nach der Veröffentlichung der Resultate der Untersuchungskommission: Ein als Rupert Murdoch verkleideter Demonstrant wirft Seiten des Leveson Berichts ins «Feuer ». (29. Juni 2012)
AP Photo/Sang Tan, Keystone
Vorsitzender der Untersuchungskommission: Richter Sir Brian Leveson. (28. Juli 2011)
Vorsitzender der Untersuchungskommission: Richter Sir Brian Leveson. (28. Juli 2011)
SEAN DEMPSEY, AFP
Liess Opferfamilien und Prominente bespitzeln: Logo der «News of the World».
Liess Opferfamilien und Prominente bespitzeln: Logo der «News of the World».
Keystone
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Medienzar Rupert Murdoch behält die volle Kontrolle über sein Reich: Die Aktionäre der News Corp. haben den Patriarchen und die anderen Mitglieder des Verwaltungsrats auf einer stürmisch verlaufenden Hauptversammlung letztlich in ihrem Ämtern bestätigt. Auch Murdochs Söhne James und Lachlan sitzen somit weiter in dem wichtigsten Gremium des Unternehmens - und das trotz des Abhörskandals in Grossbritannien, der den Medienkonzern seit Monaten erschüttert.

Die News Corp. teilte das vorläufige Ergebnis der Abstimmung am späten Freitag (Ortszeit) in Los Angeles mit. Dort hatte sich Murdoch in den Hallen des konzerneigenen Fox-Filmstudios harsche Kritik seiner Aktionäre anhören müssen.

«Lange genug für dumm verkauft»

Sie bemängelten in einer hitzigen Debatte vor allem die Machtfülle von Rupert Murdoch, der nicht nur Firmenchef ist, sondern gleichzeitig auch der Vorsitzende des Verwaltungsrats und damit sein eigener Kontrolleur. Der australische Aktionärsschützer Stephen Mayne warf Murdoch vor, die News Corp. wie ein Familienunternehmen zu führen, obwohl der Grossteil der Anteile in fremden Händen liege. «Sie haben uns lange genug für dumm verkauft.»

Julie Tanner von der katholischen Investmentfirma Christian Brothers Investment Services forderte, dass die Rollen von Firmenlenker und Chefkontrolleur getrennt werden müssten. Auch dieses Ansinnen wurde abgeschmettert.

Saudische Unterstützung

Eine echte Überraschung ist der Wahlausgang zugunsten von Murdoch indes nicht: Der Firmengründer kontrolliert bis heute rund 40 Prozent der Stimmrechte und darf überdies auf die Unterstützung des saudischen Prinzen Al-Walid bin Talal zählen, der weitere 7 Prozent in die Waagschale wirft.

Allerdings ist noch unbekannt, wie hoch die Rückendeckung für Murdoch genau ausgefallen ist. Das detaillierte Abstimmungsergebnis soll später in einer Börsenmitteilung verkündet werden.

Millionen-Entschädigung für Abhöropfer

Kurz vor der Versammlung hatte die britische Tochter von News Corp mitgeteilt, zwei Millionen Pfund an die Familie von Milly Dowler zahlen zu wollen, die 2002 im Alter von 13 Jahren entführt und getötet worden war. Murdoch erklärte, er werde persönlich eine weitere Million Pfund an von der Familie ausgewählte Wohltätigkeitsorganisation spenden. Damit unterstreiche er sein «Bedauern» über das «abscheuliche Verhalten» des Medienkonzerns gegenüber den Dowlers.

SDA/kpn

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