Mehr Abtreibungen wegen Zika-Virus

Zika kann bei Ungeborenen schwere Fehlbildungen verursachen. Zahlreiche mit dem Virus infizierte Frauen treiben ihr Kind deshalb ab.

Hunderttausende mögliche Zika-Erkrankungen: Schwangere warten in einer Klinik. (1. Februar 2016)

Hunderttausende mögliche Zika-Erkrankungen: Schwangere warten in einer Klinik. (1. Februar 2016) Bild: Keystone

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Das gefährliche Zika-Virus verbreitet sich in Brasilien immer weiter. Für Schwangere ist es besonders gefährlich, da ihre Babys bei einer Ansteckung mit einem viel zu kleinen Hirn auf die Welt kommen können und deshalb geistig behindert sind.

Aus Angst vor Fehlbildungen entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Abtreibung, wie aus einem Bericht hervorgeht. Die Zeitung «Folha de São Paulo» zitiert mehrere Ärzte, die von infizierten Frauen um eine anonyme Abtreibung gebeten wurden. Sie seien in der Regel verheiratet, hätten ein hohes Bildungsniveau, gute finanzielle Mittel und wollten ein Kind.

Abtreibung noch vor Prognose

Eine private Abtreibung kostet bis zu 15'000 Real (3840 Franken). Einige Frauen würden erst gar nicht die Prognose abwarten, ob das Baby wirklich mit einer Fehlbildung geboren würde, heisst es in dem Bericht.

Bisher gibt es in Brasilien Hunderttausende mögliche Zika-Erkrankungen und 4180 Verdachtsfälle auf Schädelfehlbildungen. Erst in sechs Fällen konnte definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit dem Virus angesteckt haben.

Zika wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen, die in immer mehr Gebieten vorkommt. Sie kann auch das in Brasilien stark verbreitete Dengue-Fieber übertragen. Einen Impfstoff gegen das Zika-Virus gibt es nicht.

(pat)

Erstellt: 01.02.2016, 23:39 Uhr

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