Drei Ermittlungen zum F-5-Unfall

Zum Absturz eines Tiger-Kampfjets in den Niederlanden sind gleich mehrere Ermittler am Werk. Die beiden Piloten sind abgereist.

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Die Ursache des Absturzes eines F-5-Kampfjets der Patrouille Suisse in Leeuwarden wird von der Schweizer Militärjustiz und den niederländischen Behörden untersucht. Gemäss der niederländischen Nachrichtenagentur ANP wird der Unfall zudem durch die unabhängige niederländische Kommission OVV (Onderzoeksraad voor Veiligheid) untersucht. Es werde daher schliesslich zwei niederländische Berichte geben.

Die Schweizer trafen am Freitagvormittag an der Unglücksstelle ein, wie Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, auf Anfrage sagte. Die Niederländer hätten bereits zuvor mit der Beweissicherung begonnen. Inzwischen arbeiteten die beiden Teams zusammen. Die Zusammenarbeit mit den holländischen Behörden sei sehr gut.

Piloten befragt

Das Schweizer Team besteht aus 13 Personen, wie eine Sprecherin der Luftwaffe ausführte. Dazu gehören zwei Untersuchungsrichter der Militärjustiz und ein zweiköpfiges Care Team. Dieses sollte sich um die Piloten und deren Angehörige kümmern.

Die beiden in den Unfall involvierten Piloten seien von den Niederländern einvernommen worden, sagte der Sprecher der Militärjustiz. Die Untersuchungsrichter der Schweizer Militärjustiz befragten sie am Freitagnachmittag. Was die zwei Piloten zum Unfall sagten, gibt die Militärjustiz nicht bekannt. Erst wenn die Untersuchung abgeschlossen sei, werde über die Erkenntnisse informiert, hiess es.

Am Freitagabend reisten die beiden Piloten zurück in die Schweiz. Dem verletzten Piloten gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Kühne. Er sei einvernahmefähig gewesen.

Bei einem Trainingsflug der Patrouille Suisse in den Niederlanden hatten sich am Donnerstag zwei der rot-weiss bemalten Tiger in der Luft touchiert. Einer der Jets stürzte danach ab und landete in einem Teich. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und landete in einem Gewächshaus.

Nach Angaben des VBS zog er sich einen Bruch in einem Fuss zu sowie leichte Schnittverletzungen und Prellungen. Der zweite Pilot konnte sein beschädigtes Flugzeug kontrolliert landen.

Wrack unter der Lupe

Bis die Ursache des Unfalls geklärt ist, kann es Monate dauern, wie Luftwaffenchef Aldo Schellenberg schon am Donnerstag erklärt hatte. Das Wrack des in einen Teich abgestürzten F-5 Tiger könne geborgen werden, sagte Kühne. Das hätten erste Untersuchungen vor Ort ergeben. Wie lange die Bergung dauere, sei noch offen.

Danach untersuche die Militärjustiz das Wrack. Unter die Lupe nehmen wird sie auch den zweiten beim Unfall in der Luft beschädigten Jet. Sind die Abklärungen beendet, wird die Luftwaffe über das weitere Schicksal des Flugzeugs entscheiden.

Die Patrouille Suisse befand sich in den Niederlanden, weil sie an den Tagen der niederländischen Luftwaffe in Leeuwarden auftreten sollte. Ihr Auftritt findet nun nicht statt. Die Tage der niederländischen Luftwaffe sollten aber wie geplant stattfinden. (nag)

Erstellt: 10.06.2016, 22:00 Uhr

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