Mehrere Tote bei Überschwemmungen in Utah

Bei einer Springflut im US-Bundesstaat Utah sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Fahrzeuge wurden mit ihren Insassen von den Wassermassen mitgerissen.

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Die Flut im US-Bundesstaat Utah forderte nach Behördenangaben bislang mindestens acht Menschenleben. In dem Ort Hildale an der Grenze zu Arizona wurden Fahrzeuge mit ihren Insassen von den Wassermassen mitgerissen, teilte der Katastrophenschutz am frühen Dienstag mit. Fünf Frauen und Kinder wurden noch vermisst. In Kalifornien breiteten sich unterdessen die Waldbrände trotz des Einsatzes von 11.000 Feuerwehrleuten weiter aus.

In Hildale nahmen die Rettungskräfte die Suche nach den Vermissten am Dienstag wieder voll auf, nachdem sie ihre Arbeit wegen der Dunkelheit stark einschränken mussten. Der Fernsehsender ABC berichtete, die Strassen seien durch die Überschwemmungen von Schlamm, Geröll und Schutt übersät.

Zwölf Waldbrände wüten in Kalifornien

In Kalifornien kämpften die Feuerwehrleute weiter bis zur Erschöpfung gegen die verheerenden Brände, konnte jedoch nur wenig Erfolg melden. Zwar herrschte am Montag kühleres und feuchteres Wetter, aber gleichzeitig wurde der Wind stärker und sorgte für stets wechselnde Feuerfronten. In dem US-Bundesstaat wüten derzeit zwölf grössere Brände. Sie zerstörten hunderte Häuser und Gebäude, mehr als 21.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Besondere Sorgen bereiteten die Monsterbrände «Valley Fire» rund 160 Kilometer westlich und «Butte Fire» rund 160 Kilometer östlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. Allein diese beiden Feuer zerstörten bislang mehr als 53.000 Hektar Land und damit eine Fläche, die neunmal so gross ist wie Manhattan. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Daniel Berlant waren 15.400 Häuser und Gebäude nach wie vor bedroht.

Erstes Waldbrand-Opfer

Die Behörden bestätigten am Montag den Tod einer betagten und behinderten Frau in dem Weinbaugebiet Lake County. Den Rettungskräften gelang es demnach nicht mehr, rechtzeitig zu ihrem brennenden Haus zu kommen. Sie ist die erste Einwohnerin, die bei den Bränden ums Leben kam - im August war ein Feuerwehrmann gestorben.

Im selben Bezirk brannte das kleine Dorf Middletown komplett nieder, doch konnten zuvor alle Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von einer apokalyptischen Szenerie: Von einigen Häusern standen nur noch die Grundmauern, Fahrzeuge sahen aus wie zerbombt mit vor Hitze geschmolzenem Metall, auf dem Boden lagen Reste von Strommasten. Gut einen Kilometer vor Middletown lag der Kadaver eines Pferdes. Über der gesamten Region lag so dicker Rauch, dass viele Einwohner Atemprobleme hatten.

Plünderer nutzen Situation aus

Hinzu kam die wachsende Sorge vor Plünderern. Sie hätten bereits mehrere Menschen gestoppt, die mit sichtbar fremdem Besitz die evakuierten Brandgebiete verlassen wollten, berichtete der Polizeichef von Lake County, Brian Martin.

Nach vier Jahren Rekorddürre erlebt der Westen der USA in diesem Sommer besonders viele und heftige Waldbrände. Ausser in Kalifornien wüten drei Grossfeuer in Oregon und zehn weitere im Bundesstaat Washington. US-weit gibt es derzeit mehr als 30 Grossbrände. Über 36.000 Quadratkilometer Land wurden bereits zerstört, allein an Bundesgeldern flossen bislang 1,31 Milliarden Dollar in die Brandbekämpfung. 2015 droht, zum US-Rekordjahr der Wald- und Buschfeuer zu werden, sowohl von den Kosten als auch nach der verbrannten Fläche.

(slw/AFP)

Erstellt: 15.09.2015, 16:10 Uhr

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