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Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen weitere Stürme

Der Tornado im Mittleren Westen der USA forderte mindestens 116 Tote. US-Präsident Obama will am Sonntag das Katastrophengebiet besuchen, um sich selbst ein Bild über das Ausmass des Unglücks zu machen.

520 Tote in einem knappen halben Jahr: Zerstörtes Haus in Joplin. (28. Mai 2011)
520 Tote in einem knappen halben Jahr: Zerstörtes Haus in Joplin. (28. Mai 2011)
Reuters
Die Behörden rechnen damit, noch weitere Leichen zu finden: Boot vor einem verwüsteten Haus in Joplin. (28. Mai 2011)
Die Behörden rechnen damit, noch weitere Leichen zu finden: Boot vor einem verwüsteten Haus in Joplin. (28. Mai 2011)
Reuters
Das Ende des Schreckens: Das ausklingende Unwetter färbt den Himmel über dem US-Bundesstaat Missouri. (22. Mai 2011)
Das Ende des Schreckens: Das ausklingende Unwetter färbt den Himmel über dem US-Bundesstaat Missouri. (22. Mai 2011)
Keystone
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Ein Tornado, der eine rund zehn Kilometer lange und einen Kilometer breite Schneise der Verwüstung quer durch das Zentrum der Kleinstadt Joplin im US-Staat Missouri geschlagen hat, hat mindestens 116 Todesopfer gefordert. 17 Vermisste konnten bisher lebend aus den Trümmern gerettet werden. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, sagte, es sei nicht abzuschätzen, wie hoch die Zahl der Opfer letztlich sein werde. «Offensichtlich steigt sie weiter.» Trotz anhaltender starker Unwetter suchten die Rettungskräfte die Nacht hindurch weiter fieberhaft nach Überlebenden.

Weitere Stürme erwartet

Der Sturm wurde vorläufig in der Kategorie 4 eingestuft, der zweithöchsten Stufe gemessen an der Zerstörung, die sie verursachen, wie der Direktor des Nationalen Wetterdienstes, Jack Hayes, erklärte. Der Tornado sei mit 306 bis 319 Kilometer pro Stunde durch die Stadt gefegt und 1,2 Kilometer breit gewesen. Meteorologen erwarteten in den kommenden Tage weitere Stürme.

Stadtdirektor Mark Rohr teilte die bislang bestätigte Opferzahl auf einer Pressekonferenz vor den Trümmern eines Krankenhauses mit, das der Tornado gestern getroffen hatte. Der Sturm habe eine rund zehn Kilometer lange und mehr als 800 Meter breite Schneise der Verwüstung quer durch das Zentrum der Stadt Joplin geschlagen, sagte Rohr.

Nur noch Ruinen

Im Süden der Stadt wurden Schätzungen zufolge 2000 Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Von Kirchen, Schulen, Geschäftsräumen und Häusern blieben nach dem Tornado nur noch Ruinen zurück. Feuerwehrchef Mitch Randles schätzte, dass 25 bis 30 Prozent der Stadt beschädigt worden seien. Sein eigenes Haus sei unter den Gebäuden, die der Tornado zerstörte. «Der Sturm hat die Stadt halbiert», sagte er.

Wie viele Menschen in der Stadt durch den Tornado verletzt wurden, war unklar. Patienten aus Joplin wurden Behördenangaben zufolge in Krankenhäuser in der Umgebung gebracht, die sie aufnehmen konnten.

Tornado verwüstet Krankenhaus

In einem Krankenhaus, dem St. John's Regional Medical Center, hatten Mitarbeiter nur wenige Minuten, um Patienten auf Flure in Sicherheit zu bringen, ehe der Sturm das mehrgeschossige Gebäude traf. Der Tornado brachte Hunderte Fensterscheiben zum Bersten, das Gebäude wurde unbrauchbar gemacht.

Auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus lag ein zusammengedrückter Hubschrauber, dessen Rotoren auseinandergerissen und Fensterscheiben zerstört waren. In der Nähe des Helikopters lag ein Stapel Autos, der zu einer Masse aus verdrehtem Metall zusammengedrückt war.

Schwere Schäden in Wisconsin

Überall in der Stadt Joplin wurden Notunterkünfte eingerichtet. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, rief den Notstand aus. US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen der Tornado-Opfer in Joplin und im Rest des Mittleren Westens sein Beileid aus.

Von Texas im Süden bis Michigan im Norden galten Tornadowarnungen. In Minneapolis in Minnesota kam gestern mindestens ein Mensch ums Leben, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung bestätigte. Weitere 30 Menschen seien durch den Wirbelsturm verletzt worden. Mindestens 100 Häuser wurden den Angaben zufolge zerstört.

Im Staat Wisconsin richtete ein Sturm in der Stadt LaCrosse schwere Schäden an. Von etlichen Häusern wurden die Dächer abgerissen. Rettungskräfte durchsuchten die beschädigten Häuser nach Eingeschlossenen. Ein Sprecher des zuständigen Sheriffs sagte, die Schäden seien beträchtlich, bislang gebe es aber noch keine Meldungen über ernsthafte Verletzungen.

Hagelkörner in der Grösse von Tennisbällen

Am Samstag hatte bereits ein Tornado die Kleinstadt Reading im Staat Kansas heimgesucht. Dabei kam Behördenangaben zufolge ein Mensch ums Leben, etwa 20 Häuser wurden zerstört. Bei dem Getöteten handle es sich um einen 53-Jährigen, der sich in einem Wohnwagen aufgehalten habe, der vom Sturm umgekippt worden sei, sagte eine Sprecherin der Katastrophenschutzbehörde. Begleitet wurde der Tornado in dieser Region von einem heftigen Unwetter mit Hagelkörnern, die nach Berichten von Anwohnern die Grösse von Tennisbällen erreichten.

Erst Ende April hatte in den USA die verheerendste Tornado-Serie seit 1925 gewütet. In sieben Staaten kamen dabei insgesamt 329 Menschen ums Leben, ganze Landstriche wurden dem Erdboden gleichgemacht.

dapd/afp/sda/ami/bru

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