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Mexiko nimmt «den Kahlköpfigen» fest

Der zweite schwere Schlag gegen die Drogenkartelle innert Kürze: Mexikanische Soldaten haben Mario Ramírez Treviño festgenommen. Der Chef des mächtigen Golf-Kartells war offenbar früher selber Polizist.

mw

Den mexikanischen Sicherheitskräften ist ein weiterer wichtiger Schlag gegen die Drogenmafia gelungen: Soldaten fassten am Samstag den Chef des berüchtigten Golf-Kartells, Mario Armando Ramírez Treviño alias «X-20» oder «El Pelón» (Der Kahlköpfige).

Der Drogenboss wurde in der Stadt Rio Bravo im Bundesstaat Tamaulipas nahe der Grenze zu Texas von Soldaten gefasst, wie das Justizministerium mitteilte. In der Region kreisten Militärhelikopter der mexikanischen Armee und Soldaten patrouillierten auf den Strassen, wie örtliche Medien berichteten.

Eines der ältesten Kartelle

Das Golf-Kartell ist vor allem im Norden aktiv und eines der ältesten des Landes. Treviño hatte die Führung des Kartells übernommen, nachdem der Anführer Jorge Eduardo Costilla im September 2012 festgenommen worden war.

Die USA hatten ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar auf Treviño ausgesetzt, der 51 Jahre alt sein soll. Ihm wird der Schmuggel von Kokain und Marihuana aus Mexiko in die USA vorgeworfen.

Das mexikanische Innenministerium, das von der Festnahme eines «Chefs einer im Norden aktiven kriminellen Organisation» sprach, kündigte noch für Sonntag eine Pressekonferenz an.

Zweiter Schlag gegen Drogenmafia binnen eines Monats

Das Kartell schmuggelte bereits in den 19830er Jahren mit Alkohol und gehört zu den ältesten kriminellen Gruppen Mexikos. Mittlerweile hat die Organisation erheblichen Einfluss an andere Kartelle verloren.

Noch immer kontrolliert sie aber wichtige Schmuggelrouten im Osten und Nordosten von Mexiko, um die sich die Kartelle des Landes einen blutigen Drogenkrieg liefern.

Die Festnahme des Golf-Kartell-Bosses ist der zweite spektakuläre Schlag der neuen mexikanischen Regierung gegen die Drogenmafia des Landes binnen eines Monats. Mitte Juli war den Behörden der Chef des berüchtigsten Drogenkartells Los Zetas, Miguel Ángel Treviño Morales alias «Z-40», ins Netz gegangen.

Staatschef Peña Nieto hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember eine neue Strategie im Kampf gegen die Drogenkartelle angekündigt, um die Zahl der Gewalttaten zu verringern. Dazu gehören ein Präventionsprogramm und die Schaffung einer neuen Militärpolizei.

Zehntausende Tote im Drogenkrieg

Nietos Vorgänger Felipe Calderón hatte Ende 2006 eine Offensive gegen den Drogenhandel mit tausenden Soldaten gestartet. Während seiner Präsidentschaft gelang es den Sicherheitskräften zwar, etwa zwei Dutzend der 37 meistgesuchten Drogenbosse festzunehmen oder zu töten.

Die Morde im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg nahmen aber deutlich zu: Von Ende 2006 bis 2012 wurden etwa 70'000 Menschen getötet.

Wegen der Angst vor der Gewalt gründeten die Mexikaner in vielen betroffenen Bereichen bereits Bürgerwehren. In den Bundesstaaten Michoacán und Guerrero, wo diese besonders aktiv sind, wurden Angaben der Behörden vom Samstag zufolge 24 Leichen entdeckt.

Einige von ihnen starben offenbar bei Kämpfen mit Bürgerwehren, wie die Polizei mitteilte. Andere Leichen wiesen erhebliche Folterspuren auf.

(SDA)

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