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Mexikos Drogenfahnder schnappen den «Frosch»

Der Armee ist die Nummer drei des Drogenkartells Los Zetas ins Netz gegangen. Kurz darauf kam es in einem Gefängnis in Monterrey zu einem Aufstand, bei dem es sieben Tote gab.

Wird den Medien vorgeführt: Carlos Oliva Castillo.
Wird den Medien vorgeführt: Carlos Oliva Castillo.
Keystone

Die mexikanische Armee hat ein ranghohes Mitglied des berüchtigten Drogenkartells Los Zetas festgenommen. Der 37-jährige Carlos Oliva Castillo, alias «La Rana» (der Frosch), wurde am Mittwoch in Saltillo im Bundesstaat Coahuila gefasst, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte.

Ein Armeesprecher sagte heute, es handele sich um die Nummer drei der Drogenbande und damit um einen der wichtigsten Anführer der Gruppe. Laut Verteidigungsministerium war er ein enger Vertrauter von Kartellboss Heriberto Lazcano, womit die Festnahme einen schweren Schlag für die Bande bedeutet.

Blutiger Anschlag forderte 52 Tote

Oliva Castillo sei für die kriminellen Handlungen der Zetas in den drei Bundesstaaten Coahuila, Nuevo León und Tamaulipas zuständig gewesen, hiess es. Zudem soll er nach Angaben der Armee den Anschlag auf das Casino Royal in der nordmexikanischen Stadt Monterrey am 25. August in Auftrag gegeben haben, bei dem 52 Menschen ums Leben gekommen waren. Es war einer der blutigsten Anschläge in Mexiko in den vergangenen fünf Jahren.

Die Festnahme erfolgte laut Staatsanwaltschaft nach heftigen Strassenkämpfen zwischen der Armee, Polizei und Bandenmitgliedern, bei denen ein Taxifahrer getötet und acht weitere Menschen verletzt wurden, darunter drei Polizisten. Zugleich kam die Festnahme einen Tag, nachdem die USA den Iran beschuldigt hatten, versucht zu haben, ein mexikanisches Drogenkartell als Teil eines Anschlagskomplotts zur Tötung des saudi-arabischen Botschafters in Washington beauftragt zu haben. US-Medienberichten zufolge soll es sich dabei um die Zetas gehandelt haben, eine frühere Spezialeinheit der mexikanischen Armee, die zu Auftragskillern wurde.

Aufstand im Gefängnis

Bei einem Gefängnisaufstand in der nordmexikanischen Stadt Monterrey sind gleichentags mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere wurden verletzt, wie ein Justizbeamter sagte. Ob es sich bei den Opfern um Insassen oder Wärter handelte, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Nuevo León zunächst unklar.

Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten hatten das Gefängnis in Cadereyta, einem Vorort Monterreys, gestürmt, nachdem der Aufstand am Morgen begonnen hatte. In diesem Gefängnis sitzen rund 2000 Häftlinge ein. Die Gefängnisse in Mexiko sind chronisch überbelegt. Tödlich endende Aufstände und Massenausbrüche sind keine Seltenheit. Der Aufstand hing lokalen Medienberichten zufolge mit der Festnahme der Nummer drei des berüchtigten Drogenkartells Los Zetas zusammen.

AFP/sda/miw

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