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Mit Hightech-Geräten auf der Pirsch nach dem entlaufenen Liebling

In Nordamerika sind private Detektive auf der Suche nach vermissten Hunden und Katzen.

Mit Lauschgerät und Infrarotkamera geht Haustier-Detektivin Vicky Vaughan aus dem kanadischen Neuschottland auf die Pirsch, an der Leine ihren Spürhund Dakota. Das Lauschgerät mit dem Geräuschverstärker setzt die 43-jährige Kanadierin für entlaufene Katzen ein, die sich verstecken. «Wenn eine verängstigte Katze miaut, dann ist es für das menschliche Ohr viel zu leise», sagt Vaughan, die sich auf das Finden von verschwundenen Haustieren spezialisiert hat.

Wie eine Ermittlung der Polizei

Mit der Videoüberwachungskamera gelang es ihr, eine seit eineinhalb Jahren verschollene Katze zu orten. Vaughan vermutete, dass sich das Tier einer wilden Katzenkolonie in der Gegend angeschlossen hatte. Vaughan platzierte Futter als Lockmittel, und die Infrarotkamera filmte nachts die fressenden Vierbeiner. Und tatsächlich tauchte die vermisste Katze in dem Film auf, den Vaughan auf ihrem Computer abrufen konnte.

Die Suche nach vermissten Haustieren, sagt Vaughan, «ist wie eine Ermittlung der Polizei». So erstellt sie vor der Suche ein Profil des Tieres und klärt die Umstände des Verschwindens ab. Vaughan liess sich in den USA zur privaten Haustierdetektivin ausbilden. In sechs Tagen lernte sie bei Missing Pet Partnership in Seattle, wie man mit Hilfsmitteln Tierblut von menschlichem Blut unterscheidet, wie man Hightech-Suchgeräte einsetzt und Katzen mit Fallen human einfängt. Sie übte Suchtechniken in ländlichen und urbanen Gebieten und studierte menschliches und tierisches Verhalten. Sie trainierte auch monatelang ihre beiden Hunde für die Suche von Haustieren: Einen der Beagle braucht sie für das Auffinden von verirrten Katzen und den anderen für vermisste Hunde.

Viele Tiere sind nicht weit weg

«Die meisten Leute geben die Suche viel zu früh auf», sagt Vaughan. «Sie verstehen das Verhalten von entlaufenen Tieren nicht.» Wenn eine Katze Angst habe, dann könne sie sich beispielsweise zehn Tage lang verstecken und auf Rufe nicht antworten. «Die meisten Katzen werden sehr nahe bei ihrem Zuhause aufgefunden», sagt Vaughan. Letzte Woche spürte ihr Hund Dakota eine seit drei Tagen vermisste Katze in einem Schuppen wenige Hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt auf. Vaughan sagt, sie finde 80 Prozent der verirrten Tiere. Sie arbeitet tagsüber in ihrem normalen Beruf im Büro, den Job als private Tierdetektivin macht sie abends und am Wochenende. Für einen Auftrag verlangt sie umgerechnet rund 180 Franken.

Die Suchkurse von Missing Pet Partnership werden von der ehemaligen Polizeidetektivin Kat Albrecht geleitet und kosten rund 660 Franken. Albrecht, die ein Buch verfasst hat, wie man Hunde dafür ausbildet, sagt: «Es gibt einen riesigen Bedarf an Haustierdetektiven.»

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