Mit Stahlfass Zug gestoppt – und diesen dann versprayt

Unbekannte legten beim Basler Bahnhof St. Johann Stahlfässer auf die Schienen und spannten ein Kabel. Ein Lokführer konnte dank einer Vollbremsung das Entgleisen seines Zugs verhindern.

Beim Bahnhof St. Johann kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall (Archivbild).

Beim Bahnhof St. Johann kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall (Archivbild). Bild: Mischa Christen

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Das war knapp: Dank einer Vollbremsumg konnte der Lokführer eines Regionalzuges der SNCF Ter Alsace am Freitagabend Schlimmeres verhindern. Unbekannte haben beim Bahnhof St. Johann in Basel ein grosses Stahlfass auf die Schienen gelegt. Der Lokführer des in Richtung Basel fahrenden Zuges bemerkte den Gegenstand glücklicherweise noch rechtzeitig und konnte den Zug verlangsamen. Dennoch ist es gemäss Mitteilung der Basler Staatsanwaltschaft zu einer Kollision gekommen. Das Stahlfass war dabei unter die Lokomotive geraten. Glücklicherweise ist der Zug jedoch nicht entgleist. Wie schnell der Zug bei der Kollision war, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Vor der Vollbremsung sei er aber «zügig unterwegs» gewesen, sagte Peter Gill, Mediensprecher der Basler Staatsanwaltschaft, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Genauere Angaben konnte er jedoch nicht machen.

In dem Zug, der bei der Kollision beschädigt wurde, hätten sich neben dem Lokführer nur «wenige» Passagiere befunden. Angaben über die Höhe des Sachschadens konnte die Staatsanwaltschaft am Samstagmorgen noch keine machen. Das werde noch abgeklärt.

Nachdem der Zug zum Stillstand gekommen war, hatte die Täterschaft offenbar noch die Nerven, den hinteren Teil des Zuges zu versprayen. Zwar haben laut Gill weder die Passagiere noch der Lokführer die Täterschaft dabei beobachtet. Es habe jedoch Hinweise aus einem entgegenkommenden Zug gegeben. Zudem sei der Zug bei Abfahrt in Frankreich nicht versprayt gewesen. Was die Täter auf den Zug gesprayt haben, ob politische Botschaften oder einfach nur Schmierereien, konnte Gill auf Nachfrage nicht sagen.

Weiteres Fass entdeckt

Vor Ort fand die Polizei dann kurz darauf auf der anderen Seite des Bahnhofs noch ein weiteres leeres Stahlfass auf dem gleichen Gleis. Zudem hätten die Täterinnen oder Täter ein Kabel, laut Mitteilung handelt es sich dabei um einen Achsenzähler, aus der Verankerung gerissen und über ein Gleis gelegt. Dieses war offenbar durch einen anderen Zug überrollt und dabei durchtrennt worden.

Der Zugverkehr wurde am Freitagabend während rund drei Stunden auf einem Teil der Gleisanlage im Bahnhof St. Johann vorübergehend eingestellt. Die Polizei fahndete nach dem Vorfall, der sich zwischen ca. 19.00 und 19.30 Uhr ereignet hatte, nach der Täterschaft. Die Fahndung sei aber bislang erfolglos geblieben. Es werden weitere Zeugen gesucht.

Gegen die unbekannte Täterschaft wird nun wegen Störung des Eisenbahnverkehrs ermittelt. Das kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. «Das Deponieren eines Gegenstands auf einem Gleis ist eine gravierende Tat», sagt Gill gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Laut Gill ist ein solcher Vorfall vermutlich erstmalig in Basel-Stadt.

Erstellt: 12.01.2019, 10:55 Uhr

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