Zum Hauptinhalt springen

Mob tötet Pakistaner wegen Blasphemie

Weil er in einer Moschee einen Koran zerstört haben soll, wurde ein Reisender in der Provinz Sindh bei lebendigem Leib verbrannt. Der Polizei wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Wegen angeblicher Blasphemie ist in Pakistan ein Mann von einem wütenden Mob bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Etwa 200 aufgebrachte Männer stürmten nach Medienberichten vom Samstag eine Polizeiwache in einem Dorf in der Provinz Sindh.

Sie überwältigten die Beamten, verschleppten den Mann und zündeten ihn an. Dorfbewohner und ein muslimischer Geistlicher hätten dem Mann vorgeworfen, mehrere Ausgaben des Korans verbrannt und damit den Islam beleidigt zu haben, hiess es von Seiten der lokalen Behörden. Das Opfer sei Muslim gewesen.

25 Festnahmen wegen Mordes

Medienberichten zufolge hatte der Reisende die Nacht alleine in einer Moschee verbracht. Am nächsten Morgen seien dort verbrannte Koranausgaben entdeckt worden. Details zur Identität des Mannes gab es nicht. Es habe knapp 25 Festnahmen wegen Mordes gegeben; Polizisten werde Fahrlässigkeit vorgeworfen, sagte ein Polizeisprecher.

Erst im Sommer war in Pakistan ein Mann verbrannt worden, weil er den Koran entweiht haben soll. Für Aufsehen sorgte der Fall einer jungen, geistig zurückgebliebenen Christin, der fälschlich vorgeworfen wurde, Koran-Seiten verbrannt zu haben. Das Verfahren wurde eingestellt.

Seit der Einführung des Blasphemie-Gesetzes 1986 wurden schätzungsweise 40 Menschen getötet. Immer wieder wird das Gesetz dazu missbraucht, persönliche Gegner aus dem Weg zu räumen.

SDA/fko

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch