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Mord an Skandinavierinnen: Hauptverdächtiger gesteht

Im Prozess um die ermordeten Touristinnen in Marokko hat einer der Tatverdächtigen mit Schweizer Wurzeln Berufung eingelegt, der andere ficht seine erste Aussage an.

24 Angeklagte stehen vor Gericht: Sicherheitskräfte bewachen das Gerichtsgebäude in Sale, nahe der Hauptstadt Rabat. (30. Mai 2019) (AFP/Fadel Senna)
24 Angeklagte stehen vor Gericht: Sicherheitskräfte bewachen das Gerichtsgebäude in Sale, nahe der Hauptstadt Rabat. (30. Mai 2019) (AFP/Fadel Senna)

Im Prozess um den vermutlich islamistisch motivierten Mord an zwei skandinavischen Studentinnen in Marokko hat einer der Hauptverdächtigen die Tat gestanden. Der marokkanische Sender 2M berichtete am Donnerstagabend, der Angeklagte habe zudem vor Gericht ausgesagt, dass er die Tat bedauere.

Dem Mann wird vorgeworfen, im vergangenen Dezember zusammen mit drei anderen Tätern zwei junge Frauen aus Norwegen und Dänemark brutal umgebracht zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen vier Verdächtige, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einem Video einen Treueeid geleistet hatten. Der Staatsanwalt erklärte am Donnerstag, es handle sich um eine Tat «einsamer Wölfe», die einer Gehirnwäsche unterzogen worden seien.

Insgesamt stehen 24 Angeklagte vor Gericht, darunter 23 Marokkaner. Ihnen wird Medienberichten zufolge vorsätzlicher Mord, illegaler Waffenbesitz, die Gründung einer Terrorgruppe oder die Verherrlichung des Terrorismus vorgeworfen.

Todesstrafe möglich

Denjenigen unter den Angeklagten, die aktiv an der Ermordung beteiligt waren, droht theoretisch die Todesstrafe. In Marokko werden diese Strafen immer noch verhängt. Allerdings gibt es seit 1993 ein Moratorium.

Angeklagt ist auch ein spanisch-Schweizer Verdächtiger. Dessen Anwältin appellierte nach eigenen Angaben an das Gericht, die erste Aussage ihres Mandanten bei der Polizei ausser Acht zu lassen. Das Verhör habe nicht internationalen Standards entsprochen, da es keinen Übersetzer gegeben habe. Der 25-Jährige soll Medien zufolge zum Islam konvertiert sein. Seine Mutter beteuert seine Unschuld.

Ein zweiter Mann mit Schweizer Wurzeln war bereits Anfang April zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte gegen das Urteil Berufung ein.

Die zwei Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember im Nationalpark Toubkal unweit von Marrakesch ermordet worden. Nach Polizeiangaben wurden sie geköpft. Die Tat löste in Marokko und auch in den Heimatstaaten der beiden jungen Frauen Entsetzen und Trauer aus.

SDA/sep

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