Mordverdächtige in Kanada tot gefunden

Zwei wegen dreier Morde gesuchte Teenager sind offenbar tot. Im Norden der Provinz Manitoba wurden die Leichen zweier junger Männer entdeckt.

Landesweite Suche nach Teenagern: Die kanadische Bundespolizei untersucht ein Haus in Gillam in der Provinz Manitoba. (Royal Canadian Mounted Police/AP/Keystone)

Landesweite Suche nach Teenagern: Die kanadische Bundespolizei untersucht ein Haus in Gillam in der Provinz Manitoba. (Royal Canadian Mounted Police/AP/Keystone)

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Der 19-jährige Kam McLeod und sein 18-jähriger Freund Bryer Schmegelsky hatten sich am 12. Juli auf Vancouver Island in der Provinz British-Columbia (BC) von ihren Familien verabschiedet und gesagt, sie würden in den Yukon fahren, um dort Arbeit zu finden.

Doch drei Tage später wurden südlich von Liard Hot Springs im Norden von British-Columbia die Leichen der amerikanischen Touristin Chynna Deese (24) und ihres australischen Freunds Lucas Fowler (23) gefunden. Das Paar war erschossen worden, McLeod und Schmegelsky wurden als Zeugen gesucht. Vier Tage später wurde ihr ausgebrannter Truck gefunden – zwei Kilometer von der Leiche des ermordeten 64-jährigen Botanisten Leonard Dyck entfernt.

Jetzt waren die beiden nicht mehr potenzielle Zeugen, sondern mutmassliche Mörder. Die folgende Suche nach ihnen hielt ganz Kanada in Atem. Am 21. Juli hilft ein Einwohner von Cold Lake in der Provinz Alberta zwei jungen Männern, die mit ihrem Toyota in einem Pfad hinter seinem Grundstück stecken geblieben sind, das Auto wieder freizubekommen. Stunden später realisiert er, dass die beiden die gesuchten McLeod und Schmegelsky waren.

Sie wurden kontrolliert

Zwei Tage später wird ihr grauer Toyota in der Nachbarprovinz Saskatchewan gesichtet, wie die Royal Canadian Mounted Police mitteilt, Kanadas Bundespolizei. Auf ihrer Flucht Richtung Osten haben die beiden jungen Männer bereits gut 2000 Kilometer zurückgelegt. Gleichentags wird ihr Auto ausgebrannt in der Nähe des Orts Gillam im Norden der Provinz Manitoba entdeckt.

Trotz Grosseinsatz mit Helikoptern, Hunden, Drohnen und sogar Militärmaschinen blieben McLeod und Schmegelsky in den Weiten der kanadischen Prärieprovinzen unauffindbar. Das heisst, sie wurden nicht erkannt, als sie von einer Patrouille im Stammesgebiet der Fox Lake Cree Nation in Manitoba gestoppt und auf Alkohol kontrolliert wurden, wie der «Guardian» meldete. Da sie keinen dabeihatten, durften sie weiterfahren.

Die Flucht hält Kanada in Atem: Jane MacLatchy, Assistent-Kommissarin der Royal Canadian Mounted Police, informiert die Medien in Winnipeg. (AP/Keystone/David Lipnowski/7. August 2019)

Das Gebiet liegt neben Gillam. Die Polizei konzentriert ihre Suche jetzt auf die Umgebung des Städtchens – und auf eine Abfalldeponie 90 Kilometer südwestlich davon, wo zwei abgemagerte junge Männer beim Suchen nach Essbarem beobachtet worden seien. Die Spur erweist sich als falsch.

Die Fahnder gehen weit über 200 Hinweisen nach, doch die mutmasslichen Dreifachmörder bleiben unentdeckt. Der Vater von Schmegelsky meldet sich bei Reportern. Sein Sohn habe die Trennung der Eltern nicht verkraftet und befinde sich auf einer «Suizid-Mission»: «Die Jagd nach den beiden wird mit seinem Tod enden, da bin ich sicher», sagt Al Schmegelsky dem Fernsehsender CBS.

Das Motiv bleibt unklar

Der Vater sollte recht bekommen. Am 2. August findet die Polizei ein stark beschädigtes Boot auf dem Nelson River und verschiedene Gegenstände, die den beiden Flüchtigen zugeordnet werden. Am Mittwoch werden dann die zwei Leichen entdeckt. «Wir gehen davon aus, dass es sich um die beiden Verdächtigen handelt», sagte eine Polizeisprecherin. Eine Obduktion in der Provinzhauptstadt Winnipeg soll am Donnerstag für Gewissheit sorgen, so der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale.

Weshalb McLeod und Schmegelsky drei Menschen umgebracht haben, wird womöglich für immer unklar bleiben.

Erstellt: 08.08.2019, 17:07 Uhr

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