Mutter tötet Vergewaltiger ihrer Tochter

Mit einem Messer geht eine 55-Jährige in Südafrika auf drei Männer los, die sich an ihrer Tochter vergehen. Ein Mann stirbt. Im Internet wird die Frau als Löwenmutter gefeiert.

Über 100 Vergewaltigungen pro Tag in Südafrika: Eine Frauenorganisation fordert mehr Polizeiposten in ländlichen Gebieten. (Archiv/Bild: destinyconnect.com).

Über 100 Vergewaltigungen pro Tag in Südafrika: Eine Frauenorganisation fordert mehr Polizeiposten in ländlichen Gebieten. (Archiv/Bild: destinyconnect.com).

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Eine Mutter in Südafrika wird Zeugin, wie drei Männer ihre 27-jährige Tochter vergewaltigen. Sie habe nach einem Messer gegriffen und auf die Männer eingestochen, sagt sie in einem Interview mit «Independent Media». Ein Mann stirbt, zwei weitere Männer – ein Brüderpaar – werden verletzt. Auf Social Media gibt es eine Solidaritätswelle für die 55-Jährige. Sie wird als «Löwenmutter» gepriesen; sogar eine Crowdfunding-Kampagne wird lanciert.

Die Frau wurde durch den Freund der Tochter telefonisch alarmiert. Daraufhin habe sie versucht, die Polizei per Telefon zu informieren, sei aber nicht durchgekommen, worauf sie sich mit einem Messer bewaffnet auf den Weg zum Tatort in der Provinz Ostkap machte. Unterwegs habe sie eine Gruppe junger Männer getroffen, die sie dorthin begleiteten.

«Etwa 100 Meter vor dem Haus konnte ich meine Tochter weinen hören. Ich ging hinein und sah sie auf dem Bett. Ich fragte die Männer, was sie da machen.» Als die mutmasslichen Vergewaltiger dann auf sie zugekommen seien, habe sie zugestochen. Die Frau wurde nach der Tat verhaftet, kam jedoch auf Kaution wieder frei. Die beiden mutmasslichen Vergewaltiger müssen vor den Haftrichter.

Breite Unterstützung

Über eine Crowdfunding-Kampagne sind in kürzester Zeit über 7000 US-Dollar (6700 Franken) zusammengekommen, um Mutter und Tochter zu unterstützen. Der Mutter wird versuchter Mord in zwei Fällen und Mord vorgeworfen, erklärte ihre Anwältin Buhle Tonise. Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen seien ein grosses Problem in Südafrika, erklärte Tonise, die ihre Mandantin kostenfrei vertritt.

Unterstützung erhielt die Mutter auch von der United Democratic Movement Women's Organisation (Udemwo). «Nicht weil sie den Täter umgebracht hat, sondern weil wir glauben, dass ihr Leben und das ihrer Tochter bedroht waren. Jede Mutter hätte dasselbe getan, wenn sie sich in dieser Situation befunden hätte», sagt Generalsekretär Thandi Nontenja.

Laut jüngster Polizeistatistik gab es in Südafrika allein von April bis Dezember 2016 rund 30'000 Fälle von Vergewaltigung. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist, da viele Fälle gar nicht gemeldet werden. Die Udemwo fordert deshalb mehr Polizeiposten in ländlichen Gebieten, so dass Verbrechen schneller gemeldet werden können. (nag)

Erstellt: 14.09.2017, 10:06 Uhr

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