Neuer Verdächtiger im Missbrauchsfall Lügde

Die Nachforschungen in Nordrhein-Westfalen ziehen sich weiter hin. Nun wird gegen einen 57-jährigen Mann ermittelt.

Tatort Campingplatz Eichwald: Die unter Druck geratenen Behörden ermitteln fleissig. (Keystone/Friedemann Vogel/25. Juni 2019)

Tatort Campingplatz Eichwald: Die unter Druck geratenen Behörden ermitteln fleissig. (Keystone/Friedemann Vogel/25. Juni 2019)

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Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde gibt es einen neuen Beschuldigten. Ermittler begannen am Mittwoch auf dem Campingplatz Eichwald mit der Durchsuchung der Parzelle eines 57-jährigen Mannes.

Dies teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld am Donnerstag mit. Ziel der am Donnerstag fortgesetzten Durchsuchungen sei «das Auffinden von Beweismitteln».

Über die neuen Durchsuchungen hatte zuerst das «Westfalen-Blatt» berichtet. Den Behörden zufolge geriet der 57-Jährige aus Steinheim durch die Vernehmung eines minderjährigen Opfers in den Fokus der Ermittlungskommission Eichwald. Gegen den Mann wurde aufgrund der Zeugenaussage ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eingeleitet.

Scharfe Kritik gegen Behörden

Den Ermittlern zufolge wurde der Mann, der eine eigene Parzelle auf dem Campingplatz besitzt, bislang nicht als Beschuldigter in dem Missbrauchskomplex geführt. Wegen des Missbrauchsfalls von Lügde verhandelt das Landgericht Detmold derzeit gegen drei Angeklagte.

Der Fall Lügde gilt als einer der grössten Missbrauchsskandale der vergangen Jahrzehnte. Der jahrelange Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. In der Folgezeit wurden eine ganze Reihe von Ermittlungspannen und Behördenfehler in dem Fall offenkundig. Unter anderem verschwand bei der Polizei Lippe Beweismaterial. Auch das Verhalten von Jugendämtern im Tatzeitraum wurde scharf kritisiert. (fal/sda)

Erstellt: 04.07.2019, 11:25 Uhr

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