Zum Hauptinhalt springen

New Yorker Demonstranten abgeführt

Occupy Wall Street ist vorerst beendet: Die Polizei räumte das Lager der Bankenkritiker und nahm dabei 70 Personen fest. Die Demonstranten wollen allerdings zurückkehren.

Die Konfrontation wird härter: Festnahme eines Aktivisten in New York. (17. November 2011)
Die Konfrontation wird härter: Festnahme eines Aktivisten in New York. (17. November 2011)
Keystone
Nächste Station: Der Zuccotti Park wurde geräumt doch am Foley Square gehen die Proteste weiter. (15. November 2011)
Nächste Station: Der Zuccotti Park wurde geräumt doch am Foley Square gehen die Proteste weiter. (15. November 2011)
AFP
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
Reuters
1 / 47

Zwei Monate nach seiner Errichtung ist das Lager der Bankenkritiker in New York heute von Hunderten Polizisten geräumt worden. Rund 70 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Die Polizisten kamen kurz nach Mitternacht in den Zuccotti Park und übergaben den Demonstranten der Ocupy-Wall-Street-Bewegung die Aufforderung des Eigentümers, den Park zu verlassen. Wenn er gereinigt sei, könnten die Demonstranten wieder zurückkehren, aber ohne Schlafsäcke und Zelte, hiess es in der Räumungsaufforderung des Parkeigentümers.

Ein Gericht in New York erlaubte den Demonstranten wenig später indes eine Rückkehr samt ihrer Zelte. Dies erklärte die nationale Anwaltsvereinigung heute. Mit der Anordnung werde die Stadt daran gehindert, den Demonstranten die Einhaltung der Parkregeln aufzuerlegen. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg kündigte an, die Stadt werde umgehend Rechtsmittel einlegen.

Demonstration angekündigt

Bloomberg hatte zuvor erklärt, die Räumung sei mitten in der Nacht erfolgt, «um das Risiko von Konfrontationen zu reduzieren und Störungen für die Umgebung zu minimieren». Nach der Säuberung könnten die Demonstranten wiederkommen, sie müssten aber alle Parkregeln beachten. Seit der Park von den Bankenkritikern übernommen worden sei, habe ihn die Öffentlichkeit nicht mehr nutzen können, erklärte Bloomberg.

Ein Sprecher der New Yorker Polizei, Paul Brown, erklärte, gegen 04.30 Uhr (09.30 MEZ) sei der Park geräumt gewesen. Eine Person sei wegen Atemproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden. Viele Demonstranten hätten das Lager friedlich verlassen. Einige beschimpften aber auch die Polizisten und begannen zu zwei Orten in Lower Manhattan zu marschieren, wo Kundgebungen abgehalten werden sollten. Die Polizei setzte vereinzelt Schlagstöcke ein. Auf einer Website wurde für Donnerstag eine Demonstration angekündigt, bei der die Wall Street lahmgelegt würde.

Symbol für die Bewegung

Das Lager war in den vergangenen Wochen weltweit zum Symbol für die Kritik an den Auswüchsen des Finanzsystems geworden. Wie jetzt in New York war die Polizei auch schon in anderen US-Städten gegen die Lager der Bankenkritiker vorgegangen, meist mit der Begründung, dass Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bestünden.

Proteste wurden heute auch wieder in Kalifornien erwartet, wo Aktivisten der Universität Berkeley und der Occupy-Oakland-Bewegung demonstrieren wollten. Die Polizei hatte gestern ein Zeltlager vor dem Rathaus von Oakland geräumt und dabei mehr als 50 Menschen festgenommen.

dapd/ sda/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch