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Niederlande trauert nach Flugzeugabsturz

Nach dem Flugzeugabsturz in Tripolis haben die Behörden bestätigt, dass ein Kind den Absturz nur leicht verletzt überlebt hat. Die niederländische Regierung trat am Abend vor die Medien.

Ruben hat als den Flugzeugabsturz vor Tripolis überlebt. Er wird im El-Khadra-Spital behandelt.
Ruben hat als den Flugzeugabsturz vor Tripolis überlebt. Er wird im El-Khadra-Spital behandelt.
Keystone
Viele Menschen haben dem Kind Blumen geschickt. Es weiss noch nicht, dass seine Eltern und sein Bruder ums Leben gekommen sind.
Viele Menschen haben dem Kind Blumen geschickt. Es weiss noch nicht, dass seine Eltern und sein Bruder ums Leben gekommen sind.
Keystone
Archivbild eines A330 der Afriqiyah Airways.
Archivbild eines A330 der Afriqiyah Airways.
Keystone
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Beim Absturz eines Flugzeuges der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways sind am Mittwoch 103 Menschen ums Leben gekommen. Nur ein zehnjähriger Junge aus den Niederlanden überlebte das Unglück nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Der Zustand des Jungen sei stabil, er habe Knochenbrüche und Blutergüsse, sagte ein Mitarbeiter des Al-Sabia-Spitals in Tripolis. Auch Verkehrsminister Mohamed Sidan erklärte, das Kind sei in guter Verfassung.

Möglicherweise zwei deutsche Opfer

Die Maschine vom Typ Airbus A330-200 stürzte am Morgen während des Landeanflugs auf ein leeres Gelände am Flughafen, der etwa 25 Kilometer südlich des Stadtzentrums liegt. Der Rumpf des Flugzeugs zerbarst. Die Ursache war zunächst unklar, einen Terroranschlag schlossen die Behörden aus.

Unter den Toten sind nach ersten Angaben niederländischer und libyscher Behörden 61 Holländer, 13 Libyer, sowie Staatsbürger Grossbritanniens und Südafrikas. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sprach zudem von zwei deutschen Opfern. Das deutsche Aussenministerium erklärte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Deutsche unter den Opfern seien.

Landebahn verfehlt

Das Wetter in Tripolis war am Mittwochmorgen gut, der Himmel war leicht bewölkt. Weshalb der Pilot die Landebahn dennoch verfehlte, hoffen die Ermittler durch den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder herauszufinden. Beide Apparate wurden geborgen, wie das lokale Fernsehen berichtete.

Der Leiter der Rechtsabteilung von Afriqiyah sagte, das Flugzeug sei um 6 Uhr morgens «einen Meter von der Landebahn entfernt» abgestürzt. «Vermutlich starben die Opfer durch den Aufprall, da mir keine Berichte über ein Feuer vorliegen», sagte Saleh Ali Saleh per Telefon. Das Flugzeug sei mit hoher Geschwindigkeit aufgeschlagen.

Sicherheitskräfte am Flughafen teilten jedoch mit, das Flugzeug habe kurz vor der Landung Feuer gefangen. Berichte über technische Defekte bestätigten die libyschen Behörden nicht.

Holland geschockt

Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende zeigte sich vor den Medien in Den Haag «geschockt» von den Berichten aus Libyen. Mitarbeiter der Botschaft in Tripolis seien am Flughafen, um Hilfe zu leisten und Informationen zu sammeln. Königin Beatrix sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Das Flugzeug der 2001 gegründeten Afriqiyah Airways war in Johannesburg am Dienstagabend gestartet. Es hätte nach seiner Landung am Mittwochmorgen von Libyen nach London weiterfliegen sollen und hatte zahlreiche Transitpassagiere an Bord. Es war der erste schlimme Unfall einer Maschine dieser Gesellschaft.

Airbus bot den Behörden die volle technische Unterstützung bei der Suche nach der Unglücksursache an. Die Maschine sei im September 2009 ausgeliefert worden und habe etwa 1600 Flugstunden auf etwa 420 Flügen absolviert. Es handelt sich um den gleichen Typ wie die Air- France-Maschine, die im Juni in den Atlantik gestürzt war. Die Ursache dieses Unglücks wurde nie sicher bestimmt.

Fast alles Transitpassagiere

Eine Sprecherin der Flughafenbehörde in Südafrika, von wo die Maschine gestartet war, teilte mit, die meisten Passagiere seien auf dem Weg nach Europa gewesen. Sieben Passagiere hätten Verbindungsflüge nach London, 32 nach Brüssel und 42 nach Düsseldorf gebucht, einer wollte nach Paris weiterfliegen, sagte Sprecherin Nicky Knapp.

«Wir können im Moment noch keine Nationalitäten oder Namen veröffentlichen. Es gibt eine rund um die Uhr freigeschaltete Telefonnummer für die Angehörigen», sagte sie.

SDA/oku

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