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Nordirische Polizei nimmt nach Anschlag zwei Verdächtige fest

Zwei junge Männer werden verhört. Die Polizei in Derry ermittelt wergen Mordes an der 29-jährigen Lyra McKee.

Gewalt in Nordirland: Eine Frau erlag ihren Schussverletzungen. Video: Tamedia

Nach dem Tod einer Journalistin am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die beiden jungen Männer im Alter von 18 und 19 Jahren wurden zum Verhör in eine Polizeiwache in Belfast gebracht, wie die nordirische Polizei am Samstag mitteilte.

Die Polizei hatten den Tod der 29-jährigen Lyra McKee in der Nacht zum Karfreitag als «terroristischen Vorfall» bezeichnet und Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

Neue Festnahme: Nach der Tötung der Journalistin Lyra McKee hat die Polizei eine 57-jährige Frau verhaftet. Bild: Paul Faith/AFP
Neue Festnahme: Nach der Tötung der Journalistin Lyra McKee hat die Polizei eine 57-jährige Frau verhaftet. Bild: Paul Faith/AFP
Keystone
Die paramilitärische Gruppe New IRA hat sich zur Tötung der Reporterin im nordirischen Derry bekannt. (20. April 2019)
Die paramilitärische Gruppe New IRA hat sich zur Tötung der Reporterin im nordirischen Derry bekannt. (20. April 2019)
Joseph Stenson, AFP
Bei der toten Journalistin handelt es sich um die 29-jährige Lyra McKee. (19. April 2019) Bild: Brian Lawless/PA/AP/Keystone
Bei der toten Journalistin handelt es sich um die 29-jährige Lyra McKee. (19. April 2019) Bild: Brian Lawless/PA/AP/Keystone
Keystone
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In Derry war es am Donnerstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte warfen im Wohnviertel Creggan Brandsätze auf Polizisten und steckten Autos in Brand. McKee wurde nach Polizeiangaben getroffen, als ein Mann auf Polizisten schoss. Sie starb kurz darauf im Krankenhaus.

McKee hatte viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben und unter anderem für das Magazin «The Atlantic» und Buzzfeed News gearbeitet. Noch am Donnerstagabend hatte sie ein Foto bei Twitter veröffentlicht, das die Unruhen in Creggan zeigte. «Derry heute Abend. Völlig verrückt», schrieb sie dazu.

Erinnerung an Osteraufstand 1916

Am Osterwochenende erinnern irisch-katholische Nationalisten jedes Jahr an den Osteraufstand gegen die Briten in Dublin im Jahr 1916. Vor 21 Jahren wurde der Nordirland-Konflikt mit dem Karfreitagsabkommen beendet. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang Katholiken und Protestanten bekämpft. Seit den 60er Jahren starben dabei 3500 Menschen, viele wurden von der Untergrundorganisation IRA getötet.

Die Stadt Derry, von den Protestanten Londonderry genannt, war 1972 Schauplatz des «Bloody Sunday». Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet. In den vergangenen Monaten hatte die Gewalt in Nordirland wieder zugenommen. Die Polizei macht dafür die paramilitärische Gruppe «New IRA» verantwortlich. Im Januar detonierte in Derry eine Autobombe.

Nordirland spielt auch im Brexit-Streit eine entscheidende Rolle. Das Karfreitagsabkommen sieht neben der Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken eine Grenze zwischen Irland und Nordirland ohne Kontrollen vor. Die EU-Staaten sehen das Karfreitagsabkommen gefährdet, sollten im Zuge des Austritts Grossbritanniens aus der EU wieder Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland eingeführt werden.

afp/sda/anf

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