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Nun ermittelt das FBI im Fall Kampusch

Vor sechs Jahren ist Natascha Kampusch aus ihrem Verlies geflohen. Die Ermittlungen seither sind von Pannen und Verschwörungen geprägt. Nun sollen Spezialisten den Fall neu aufrollen – mit dabei auch FBI und BKA.

Sagt, Wolfgang Priklopil sei ein Einzeltäter gewesen: Natascha Kampusch in Graz. (15. Mai 2008)
Sagt, Wolfgang Priklopil sei ein Einzeltäter gewesen: Natascha Kampusch in Graz. (15. Mai 2008)
Keystone
Soll im Fall Kampusch als Experte ermitteln: BKA-Präsident Jörg Ziercke. (Dezember 2009)
Soll im Fall Kampusch als Experte ermitteln: BKA-Präsident Jörg Ziercke. (Dezember 2009)
Keystone
Hat sich nach der Flucht von Natascha Kampusch umgebracht: Der Entführer Wolfgang Priklopil.
Hat sich nach der Flucht von Natascha Kampusch umgebracht: Der Entführer Wolfgang Priklopil.
Keystone
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Sechs Jahre nach der Flucht von Natascha Kampusch gibt es noch viele offene Fragen im Fall des jungen Mädchens, das nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft aus dem Haus ihres Peinigers Wolfang Priklopil fliehen konnte.

Dies soll sich nun ändern. Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und ihre Kollegin aus dem Justizdepartement Beatrix Klar haben eine neuerliche Überprüfung des Falles angeordnet. Dies berichtet die österreichische Zeitung «Die Presse».

Bisherige Ermittlungen überprüfen

Demnach wurde ein siebenköpfiges sogenanntes Steering Committee, also ein Steuerungs- und Lenkungsausschuss, auf den Jahrhundertfall angesetzt. Die operative Tätigkeit übernimmt ein mit mindestens 14 Mitgliedern besetztes Team. Es hat den Auftrag, die bisher geführten Ermittlungen zur Kampusch-Entführung zu überprüfen.

Dazu gehört neben hohen Beamten des Innen- und Justizministeriums, einem Vertreter des Verfassungsschutzes, einem Mitglied der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, mehreren Beamten der Kriminalpolizei auch ein Vertreter des Federal Bureau of Investigation (FBI).

«Eine Frage der Transparenz»

Fix ist laut der «Presse» auch die Mitarbeit des Präsidenten des renommierten deutschen Bundeskriminaldienstes BKA, Jörg Ziercke. Die beiden Vertreter des FBI und BKA gelten als Cold-Case-Spezialisten. Sie sind Profis darin, länger zurückliegende Fälle noch einmal aus unvoreingenommener Aussensicht unter die Lupe zu nehmen.

«Die Einbindung des FBI und des BKA ist für uns keine Frage der Kompetenz, sondern eine Frage der Transparenz», sagte Mikl-Leitner gegenüber der «Presse». Justizministerin Klar teilt diese Meinung. «Wir haben unsere Experten für diese neuerliche Überprüfung zur Verfügung gestellt und wollen damit auch aufzeigen, dass wir nichts zu verbergen haben», sagt sie.

Offene Fragen definitiv klären

Die bisherigen Untersuchungen im Fall Kampusch wurden scharf kritisiert. Erst kürzlich kam ein parlamentarischer Unterausschuss zum Schluss: «Die Ermittlungen im Fall Kampusch sind, neben öffentlichen Ermittlungsfehlern, dadurch gekennzeichnet, dass Ermittlungsschritte unterlassen worden sind, die unter Umständen zu einer umfassenden Klärung des Falles hätten beitragen können.» Offen ist auch die Frage, ob Priklopil Helfer oder Mitwisser hatte.

Mit dem erneuten Aktenstudium wollen die österreichische Politik und Justiz klären, ob der Fall wegen der Ermittlungspannen nach der Flucht von Kampusch vor sechs Jahren erneut von der Kripo aufgerollt werden muss oder ob die Akten endgültig geschlossen werden können. Bis Ende dieses Jahres soll der neue Bericht der Spezialisten vorliegen.

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