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Pädophile sollen Kinder aus Haiti nach Deutschland geschleust haben

Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die in Haiti ein Kinderheim betrieben. Sie sollen Kinder zu sexuellen Zwecken nach Berlin gelockt haben. Einer der Verdächtigen ist Lehrer.

Zwei Vorstandsmitglieder eines Hilfsvereins für Haiti stehen im Verdacht, Kinder missbraucht und für einen Kinderschänderring gearbeitet zu haben. Der 57-Jährige Vereinsleiter wurde bereits im Februar zusammen mit einem Komplizen am Flughafen München festgenommen. Er hatte versucht, einen Elfjährigen aus Haiti nach Deutschland einzuschleusen. Die Polizei informierte aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt über die Verhaftung.

Am Freitag wurde nun ein weiterer mutmasslicher Pädophiler in Berlin verhaftet. Der 67-Jährige soll ebenfalls Mitglied im Vorstand des Hilfsvereins gewesen sein. Er wird beschuldigt, den Vereinsleiter nach Haiti begleitet und dort ebenfalls Kinder missbraucht zu haben. Der 67-Jährige war offenbar Englisch-Lehrer an einer Berliner Waldorfschule, wie mehrere Medien heute berichten.

Ein Kinderheim geführt

Der betreffende Hilfsverein unterstützt Strassenprojekte in Haiti, der Leiter führte in dem armen Land ein Kinderheim. Der Mann ist nach Angaben der Polizei in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Haftstrafen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 57-Jährigen sind nach Polizeiangaben eine Vielzahl von Nacktfotos von Kindern gefunden worden. Teilweise waren darauf auch der Beschuldigte und weitere Erwachsene zu sehen.

«Die Kinder wurden wahrscheinlich unter dem Vorwand, in Deutschland ein neues und besseres Leben führen zu können, nach Berlin gelockt. Dabei handelte es sich zum Teil auch zum Waisen», zitiert die «Berliner Morgenpost» einen Fahnder. Tatsächlich sei jedoch Ziel der Täter gewesen, die Kinder an in Berlin lebende Pädophile für den sexuellen Missbrauch zu vermitteln.

Die Polizei geht davon aus, dass auch der am Flughafen München abgefangene Elfjährige bereits in Haiti sexuell missbraucht worden war und in Deutschland weitere Straftaten an ihm begangen werden sollten. Der ebenfalls verhaftete Komplize, ein Brasilianer, hatte das Kind bei einer brasilianischen Botschaft in der Dominikanischen Republik als seinen Sohn ausgegeben, um sich Papiere zu erschleichen. In München, von wo aus die drei nach Berlin weiterreisen wollten, flogen sie auf.

(dapd)

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